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Französische Konsulate in Marokko überlastet: Sommerliche Visanachfrage übersteigt neue Terminvergaben

Juli 28, 2026
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Französische Konsulate in Marokko überlastet: Sommerliche Visanachfrage übersteigt neue Terminvergaben
In Marokko gibt es erneut eine Welle von Beschwerden, nachdem der französische Visa-Dienstleister TLS Contact für weite Teile des Juli keine verfügbaren Termine anzeigte – trotz der Tatsache, dass die Konsulate in Rabat und Casablanca angeblich rekordverdächtige 5.000 zusätzliche Termine freigegeben haben. Der französische Generalkonsul Olivier Ramadour erklärte gegenüber der Wirtschaftszeitung Médias 24, dass das Problem nicht technischer Natur sei, sondern auf eine beispiellose Sommernachfrage zurückzuführen ist, die sogar die Spitzenwerte vor der Pandemie übersteigt.

Laut Angaben des Konsulats wurden seit dem 1. Januar 2026 bereits 205.000 Anträge bearbeitet – 10 % mehr als im gleichen Zeitraum 2025 – und es werden täglich durchschnittlich 850 Termine vergeben. Der Anstieg ist auf drei Gruppen zurückzuführen, die gleichzeitig anreisen: marokkanische Studierende, die ihre Einschreibung für das neue Studienjahr abschließen, Saisonarbeiter, die in der französischen Landwirtschaft und im Tourismussektor eingesetzt werden, sowie Kurzzeit-Touristen, die von günstigen Wechselkursen profitieren.

Für Geschäftsreisende bedeutet der Engpass, dass kurzfristige Reisen nach Frankreich bis Mitte September kaum möglich sind. Ramadour betonte, dass eine langfristige Lösung nur durch die vollständige Digitalisierung der Schengen-Visavergabe erreicht werden kann – ein EU-weites Projekt, das frühestens 2028 realistisch ist.

Französische Konsulate in Marokko überlastet: Sommerliche Visanachfrage übersteigt neue Terminvergaben


Bis dahin arbeitet das Konsulat mit TLS Contact daran, die Anti-Bot-Schutzmaßnahmen zu verschärfen, nachdem Berichte aufgetaucht sind, dass Zwischenhändler kostenlose Termine für 800 Dirham (ca. 75 Euro) weiterverkaufen. Unternehmen in Frankreich, die auf marokkanische Fachkräfte oder Zulieferer angewiesen sind, sollten ihre Partner dazu anhalten, den Visaprozess mindestens acht Wochen im Voraus zu starten und die Plattform mehrmals täglich zu überprüfen, da zusätzliche Termine ohne Vorankündigung freigegeben werden, sobald Personalressourcen dies zulassen.

Französische Firmen könnten zudem Homeoffice-Regelungen unter den neu geklärten VLS-TS „Besucher + Telearbeit“-Bestimmungen in Betracht ziehen, sofern keine physische Anwesenheit erforderlich ist. Beobachter weisen darauf hin, dass auch Spanien und Italien mit ähnlichen Rückständen kämpfen, was auf eine regionale Kapazitätskrise hindeutet.

Das französische Außenministerium prüft Berichten zufolge kurzfristig mobile Visa-Büros in Agadir und Tanger, hat jedoch noch keinen Zeitplan dafür festgelegt.
Quelle: Médias 24

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