
Bei der regulären Pressekonferenz des Außenministeriums am 28. Juli gab Sprecher Lin Jian bekannt, dass mehr als drei Viertel (17,8 Millionen) der 22,9 Millionen ausländischen Einreisen in der ersten Hälfte des Jahres 2026 im Rahmen eines visafreien Programms erfolgten. Diese Zahl, die einen Anstieg von 30,6 % im Jahresvergleich darstellt, ist die bisher deutlichste statistische Bestätigung dafür, dass Pekings fortlaufendes einseitiges Visafreiheitsprogramm die Einreisemobilität rapide verändert. Lin erklärte, die Regierung prüfe „Möglichkeiten zur Verfeinerung und Ausweitung“ der Pilotprogramme für visafreie Transit- und Kurzaufenthalte, von denen derzeit Reisende aus 47 Ländern profitieren, darunter große Teile Europas, Teile des Nahen Ostens sowie seit Februar Kanada und Großbritannien. Auch die Digitalisierung steht auf der Agenda: Immer mehr Einreiseformalitäten sollen in die 12367-App der Nationalen Einwanderungsbehörde sowie die zugehörigen WeChat- und Alipay-Mini-Programme verlagert werden, um die Abfertigungszeiten an Flughäfen für Geschäftsreisende zu verkürzen. Hinter den Kulissen wird zudem geprüft, ob biometrische Anforderungen und die 30-Tage-Grenze für die meisten visafreien Besucher angepasst werden können. Handelskammern in Shanghai und Shenzhen setzen sich für eine Verlängerung auf 60 Tage ein, um projektbezogene Einsätze besser zu ermöglichen. Analysten erwarten, dass die nächste Runde von Visafreiheitsankündigungen mit der Internationalen Importmesse Chinas im November zusammenfällt, wenn Peking traditionell Liberalisierungsmaßnahmen vorstellt. Für multinationale Arbeitgeber unterstreichen die Zahlen eine spürbare Erleichterung des einst strengen Einreiseverfahrens in China. HR-Mobilitätsteams sollten ihre Compliance-Matrizen aktualisieren: Mitarbeiter mit regulären Pässen aus den 47 genannten Ländern können nun mehrfach für Geschäftsbesprechungen, Installationsarbeiten oder Kundenbesuche von jeweils bis zu 30 Tagen ohne vorheriges Visum nach Festlandchina einreisen, sofern sie ein gültiges Rück- oder Weiterflugticket vorweisen. Wer dennoch ein Visum benötigt – etwa Ingenieure, die länger als 30 Tage bleiben – kann bald die Ankunftskarte vor Abreise online ausfüllen, was 20–30 Minuten bei der Einreise spart. Praktischer Hinweis: Der visafreie Status erlaubt nicht automatisch eine Beschäftigung in China. Tätigkeiten, die über „Geschäftstreffen und kurzfristige technische Unterstützung“ hinausgehen, erfordern weiterhin ein Z-Visum und eine Arbeitserlaubnis. Verstöße können laut den Vorschriften der Nationalen Einwanderungsbehörde mit Geldstrafen und einem fünfjährigen Wiedereinreiseverbot geahndet werden.
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