
Österreichische Autofahrer, die an diesem Wochenende ihre Sommerreise in den Süden antreten wollten, standen am Grenzübergang Bajakovo-Batrovci zwischen Kroatien und Serbien in Staus von bis zu sieben Kilometern Länge. Augenzeugenberichte, die von der Associated Press gesammelt wurden, berichten von Wartezeiten von bis zu acht Stunden bei 35 Grad Hitze am Freitag und Samstag, dem 31. Juli und 1. August. Der Stau fiel mit dem traditionellen Feiertagswechsel am 1. August zusammen und stellte die erste große Bewährungsprobe für das neue Ein- und Ausreisesystem der EU (EES) dar, das biometrische Daten aller Nicht-EU-Reisenden erfasst. Obwohl der Grenzübergang nicht in Österreich liegt, ist er eine wichtige Route für Zehntausende österreichische Urlauber, die jedes Jahr zu den Adriaküsten Kroatiens fahren oder Serbien auf dem Weg nach Griechenland, Bulgarien und Türkei durchqueren. Der österreichische Automobilclub ÖAMTC riet Autofahrern, die Route A4/E60 Budapest–Zagreb zu meiden und stattdessen die A1 über Slowenien zu wählen oder Nachtfahrten einzuplanen. Der Wiener Reiseveranstalter Gruber Reisen berichtete, dass mehrere Buslinien aus Graz und Linz in Split und Zadar bis zu fünf Stunden verspätet ankamen, was Hotels dazu zwang, die Check-in-Zeiten zu verlängern und Personalpläne anzupassen. Vertreter der Reisebranche warnten zudem Firmenmobilitätsmanager, die Grenzstaus bei der Planung von Mitarbeitereinsätzen in Südosteuropa zu berücksichtigen. „Wir haben pharmazeutische Techniker, die am Montagmorgen Produktionsstätten in Niš erreichen müssen; sie riskieren nun, wichtige Kalibrierungen zu verpassen“, erklärte Martin Bruckner, Leiter der globalen Mobilität eines oberösterreichischen Biotech-Unternehmens. Einige Firmen haben begonnen, Schlüsselpersonal per Flug über Wien oder Ljubljana zu transportieren, statt auf den Landweg zu setzen. Die kroatische Grenzpolizei machte das hohe Verkehrsaufkommen verantwortlich, viele Reisende wiesen jedoch auf EES-Kioske hin, die scheinbar einfrieren und manuelle Eingriffe erfordern. Obwohl das System seit April voll einsatzfähig ist, haben mehrere Mitgliedstaaten – darunter Österreich – es während Spitzenzeiten an Flughäfen vorübergehend ausgesetzt. Weder Kroatien noch Serbien gaben am Wochenende eine solche Aussetzung am Grenzübergang Bajakovo bekannt. Konsularische Stellen in Wien raten derzeit, ausreichend Wasser mitzunehmen, mindestens einen halben Tag für die Grenzformalitäten einzuplanen und die Live-Kameras der kroatischen und serbischen Verkehrsbehörden zu verfolgen. Der Vorfall dürfte den Druck auf Brüssel erhöhen, das EES-Verfahren vor der Hauptreisewelle am Mariä Himmelfahrtstag am 15. August flexibler zu gestalten.
Quelle: Associated Press
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