
Eine Meinungsanalyse in El País vom 2. August argumentiert, dass die Lockerung der Kontrollen durch Marokko einem „hybriden Angriff“ gleichkomme, vergleichbar mit der Taktik Weißrusslands an der polnischen Grenze im Jahr 2021. Der Artikel stellt dar, dass Migration zusammen mit Desinformation und Sabotage an der Infrastruktur als Waffe eingesetzt wird, und fordert eine einheitliche EU-Doktrin, die plötzliche Massenzustromereignisse als Sicherheitsvorfälle und nicht nur als humanitäre Krisen behandelt. Dieser Beitrag findet in Brüssel Anklang, wo Diplomaten, die an der bevorstehenden Überarbeitung des Schengen-Grenzkodex arbeiten, sagen, dass die Formulierung zur „Instrumentalisierung von Migranten“ noch verschärft werden könnte. Ein im letzten Monat kursierender Kompromissentwurf würde es jedem Mitgliedstaat erlauben, für sechs Monate Grenzkontrollen wiedereinzuführen, wenn ein anderer Staat einen hybriden Vorfall erlebt. Für die globale Mobilität ist diese Einordnung entscheidend: Sobald ein Migrationsereignis als Sicherheitsbedrohung eingestuft wird, werden geschäftsfreundliche Ausnahmen – wie Schnellspuren oder Vertrauensreisendenprogramme – meist ausgesetzt. Unternehmen mit Pendlern zwischen Spanien und Frankreich könnten daher auch nach dem Rückgang des Ansturms in Ceuta mit sporadischen Personenkontrollen in La Jonquera und Irun rechnen. Die Erzählung der hybriden Bedrohung stärkt zudem die Argumentation für unternehmensinterne Nachrichtendienste, die politische Risiken in Nordafrika beobachten, da Veränderungen in Rabats Haltung schnell Auswirkungen auf die EU-Reiseregelungen haben können.
Quelle: El País (Opinion)