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Tschechische Kammer verabschiedet digitalisiertes Ausländergesetz und ebnet Weg für vollständig elektronische Aufenthaltsverfahren

Sept. 15, 2026
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Tschechische Kammer verabschiedet digitalisiertes Ausländergesetz und ebnet Weg für vollständig elektronische Aufenthaltsverfahren
Die Tschechische Republik hat einen entscheidenden Schritt zur vollständigen Digitalisierung ihres Einwanderungssystems gemacht, nachdem die Abgeordnetenkammer am 14. September 2026 das neue Ausländergesetz verabschiedet hat. Der vom Innenministerium ausgearbeitete Gesetzentwurf ersetzt die bisher oft kritisierte Gesetzgebung durch einen modernen Rahmen, der nahezu alle Phasen des Aufenthaltsgenehmigungsverfahrens online abwickelt. Ab 2029 erhält jeder Ausländer ein sicheres elektronisches Konto, über das Anträge eingereicht, amtliche Schreiben empfangen und Fristen in Echtzeit verfolgt werden können. EU-Bürger, die sich länger als 90 Tage aufhalten, sind erstmals verpflichtet, sich elektronisch zu registrieren – damit wird eine langjährige Datenlücke geschlossen, die es Gemeinden erschwerte, genaue Zahlen zu erfassen und lokale Steuern sowie Gebühren einzutreiben.

Tschechische Kammer verabschiedet digitalisiertes Ausländergesetz und ebnet Weg für vollständig elektronische Aufenthaltsverfahren


Das Gesetz stärkt zudem die nationalen Sicherheitsmechanismen: Behörden erhalten schnelleren Zugriff auf vernetzte Datenbanken und erweiterte Befugnisse, um Aufenthaltsgenehmigungen zu widerrufen, wenn der Inhaber eine nachweisliche Gefahr für die öffentliche Ordnung darstellt. Strengere Haftungsregeln für „Garanten“ wie Arbeitgeber, Universitäten und Sportvereine sollen den Missbrauch von Einladungsschreiben und beschleunigten Verfahren eindämmen. Politisch genießt der Gesetzentwurf eine seltene parteiübergreifende Unterstützung. Innenminister Lubomír Metnar betonte, dass die Digitalisierung unerlässlich sei, um die jährlich über 630.000 Verfahren zu bewältigen, während der ehemalige Minister Vít Rakušan die Reform als „die größte Bereinigung der Migrationsdokumente seit zwei Jahrzehnten“ lobte. Ein später Änderungsantrag, der die Unterschiede zwischen Familienangehörigen tschechischer und anderer EU-Bürger verringern sollte, wurde abgelehnt, doch Beobachter erwarten, dass der Senat den Kerntext ohne Verzögerung billigen wird.

Für multinationale Unternehmen wird sich die Reform vor allem in den Personalabteilungen bemerkbar machen. Sobald die elektronische Plattform in Betrieb ist, können ausländische Mitarbeiter und ihre Angehörigen Verlängerungen beantragen und Datenänderungen von überall aus vornehmen, was Besuche bei den Einwanderungsbehörden reduziert. Arbeitgeber müssen im Gegenzug ihre Onboarding-Checklisten und Datenschutzprotokolle an die neuen digitalen Abläufe anpassen. Das Innenministerium hat zugesagt, vor der verpflichtenden Einführung gezielte Webinare für Firmenkunden anzubieten.
Quelle: Advokátní deník

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