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EU-Visaarbeitsgruppe diskutiert Gebührenerhöhung und Kriterien für digitale Nomaden; Prag drängt auf schnelle Umsetzung

Sept. 15, 2026
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EU-Visaarbeitsgruppe diskutiert Gebührenerhöhung und Kriterien für digitale Nomaden; Prag drängt auf schnelle Umsetzung
Bei der Sitzung in Brüssel am 14. September 2026 brachte die Visa-Arbeitsgruppe des Rates der EU zwei heikle Themen auf den Tisch: einen Entwurf zur Erhöhung der Schengen-Visagebühren von 80 auf 100 Euro sowie Kriterien zur Bewertung neuer Digital-Nomaden-Visa-Programme in den Mitgliedstaaten. Die tschechische Delegation unter Leitung der Leiterin der Konsularpolitik, Petra Holá, unterstützte beide Initiativen, forderte jedoch eine kurze Übergangsfrist. Holá argumentierte, dass die höheren Gebühren durch die kostspielige Einführung biometrischer Upgrades und Cybersicherheitsmaßnahmen im Rahmen des VIS 2.0-Programms gerechtfertigt seien. Sie wies darauf hin, dass tschechische Konsulate jährlich eine Lücke von 5 Millionen Euro zwischen tatsächlichen Bearbeitungskosten und Einnahmen verzeichnen und warnte, dass ohne harmonisierte Preisgestaltung ein „Wettlauf nach unten“ drohe, der Investitionen in die Sicherheit gefährde.

EU-Visaarbeitsgruppe diskutiert Gebührenerhöhung und Kriterien für digitale Nomaden; Prag drängt auf schnelle Umsetzung


Zum Thema Digitalnomaden befürwortete Prag den Vorschlag der Kommission, die Programme anhand von drei Kernindikatoren zu bewerten: Mindestlohnschwellen, obligatorische Krankenversicherung und steuerliche Wohnsitzregelungen. Die Tschechische Republik startete 2023 ihr eigenes Digital-Nomaden-Programm, begrenzt die jährliche Aufnahme jedoch noch auf 2.000 Personen. Vertreter erklärten der Arbeitsgruppe, sie seien bereit, die Quote aufzuheben, sobald gemeinsame EU-Standards „Permit-Tourismus“ verhindern. Wirtschaftsverbände begrüßten die tschechische Position. „Stabile Gebühren und transparente Regeln für Remote-Arbeit sind entscheidend für Unternehmen, die IT-Mitarbeiter europaweit rotieren lassen“, sagte Jana Novotná, Leiterin Mobilität im Industrieverband.

Die endgültigen Entscheidungen werden im Oktober im Coreper getroffen, wobei nur geringfügige Änderungen erwartet werden. Bei Annahme könnten die neuen Gebühren bereits im Mai 2027 in Kraft treten, weshalb Arbeitgeber entsprechend planen sollten. Die Harmonisierung der Digital-Nomaden-Regelungen dürfte länger dauern, da hierfür möglicherweise eine neue EU-Richtlinie erforderlich ist.
Quelle: Council of the European Union – Meetings Portal

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