
Die Gemeinschaft von Madrid mischte sich am 14. September in die hitzige Debatte um die spanische Diaspora ein und reichte bei der Zentralen Wahlkommission (JEC) eine Petition ein, die das Auslandswahlrecht im Rahmen des sogenannten Ley de Nietos einschränken soll. Die Regionalregierung argumentiert, dass nur Spanier, deren letzter offizieller Wohnsitz in Madrid lag – und die dies nachweisen können – in das Auslandswählerverzeichnis (CERA) für die Parlamentswahlen im kommenden Frühjahr eingetragen werden sollten. Dieser Schritt folgt auf die Aussetzung der automatischen CERA-Eintragungen für Nachkommen von Exilanten aus dem Bürgerkrieg und der Franco-Ära durch den Obersten Gerichtshof, bis eine verfassungsrechtliche Überprüfung erfolgt ist. Die konservative Regierung Madrids wirft der Zentralregierung vor, die Wählerlisten zu „manipulieren“ und dass unrechtmäßige Eintragungen knappe regionale Wahlergebnisse beeinflussen könnten. Kritiker hingegen sehen in der Petition einen Rückschlag für die jüngsten Bemühungen, Spanien mit seiner globalen Diaspora wieder zu verbinden, und befürchten zusätzlichen bürokratischen Aufwand für Tausende legitime Wähler in Lateinamerika und anderen Regionen. Für global mobile Spanier und Personalabteilungen, die Auslandsentsendungen betreuen, hat der juristische Schlagabtausch praktische Folgen: Der Nachweis der „última vecindad administrativa“ (letzte amtliche Wohnsitzmeldung) könnte künftig Voraussetzung für die Wahlteilnahme werden. Unternehmen sollten ihre in Madrid ansässigen Entsandten frühzeitig daran erinnern, Meldebescheinigungen oder konsularische Nachweise rechtzeitig vor dem Einfrieren des Wählerverzeichnisses – in der Regel 55 Tage vor dem Wahltag – zu beschaffen. Obwohl die JEC einen Monat Zeit für eine Entscheidung hat, rechnen Beobachter mit weiteren Rechtsmitteln, sodass die endgültigen Kriterien erst Anfang 2027 feststehen könnten. Der Fall zeigt, wie Mobilität nicht nur Steuer- und Einwanderungsfragen berührt, sondern auch grundlegende politische Rechte.
Quelle: Agencia EFE