
Um den Druck auf provisorische Lager zu verringern, hat die spanische Regierung am 14. September in Ceutas Stadtteil Los Rosales ein neues humanitäres Notunterkunft mit Platz für 864 Personen eröffnet. Die Einrichtung, die auf einem vom Wohnungsministerium bereitgestellten Grundstück errichtet wurde, ist das dritte temporäre Zentrum seit der Massenüberquerung Ende Juli und erhöht die Gesamtkapazität auf 4.600 Plätze. Die Behörden berichten, dass ein weiteres Zentrum am Hafen im Bau ist. Während Madrid angibt, dass nur 5.000 Migranten auf der Straße leben, schätzt die Stadtverwaltung die Zahl auf über 13.000 – ein Hinweis auf die Datenlücke, die die Hilfe erschwert. Die NGO Luna Blanca warnte, dass Frauen und Kinder im Industriegebiet Tarajal weiterhin keine Lebensmittelversorgung erhalten, da Ressourcen zugunsten der neuen Unterkunft umgeleitet wurden. Aus Sicht der globalen Mobilität verringert die Eröffnung des Zentrums die Risiken für die öffentliche Ordnung rund um Loma Colmenar – ein Gebiet, das täglich von Grenzpendlern genutzt wird. Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter durch diese Zone transportieren, berichten von kürzeren Fahrzeiten und weniger Sicherheitsvorfällen seit der Verlegung. Dennoch erhöhen die hohen Zahlen obdachloser Migranten den Reputationsdruck auf Unternehmen, die als ignorierend gegenüber lokalen humanitären Bedürfnissen wahrgenommen werden. CSR-Teams könnten Chancen sehen, mit NGOs bei Qualifizierungstrainings oder Sachspenden zusammenzuarbeiten und so ihre Unterstützung mit den kommenden EU-Vorgaben zur unternehmerischen Nachhaltigkeitsprüfung in Einklang zu bringen. Die Regierung kündigt an, dass die Unterkunft am Hafen die Gesamtkapazität auf 6.000 Plätze erhöhen wird, doch mit dem nahenden Winter wächst der Druck für dauerhafte Unterkünfte und beschleunigte Asylverfahren.
Quelle: La Jornada