
Eine komplexe Live-Übung mit der finnischen Grenzpolizei, Polizei, Verteidigungsstreitkräften und Rettungsdiensten begann am 15. September 2026 im Finnischen Meerbusen. An der Übung, an der auch die polnische Küstenwache beteiligt ist, steht die Erkennung und das Entern von Schiffen im Fokus, die die Unterwasserinfrastruktur gefährden – ein Szenario, das reale Vorfälle widerspiegelt, bei denen Schiffe durch Ankerziehen Datenkabel beschädigt haben. Über drei Tage hinweg proben die Teilnehmer den schnellen Informationsaustausch über Zuständigkeitsgrenzen hinweg, die Beweissicherung auf hoher See sowie medizinische Evakuierungen. Die Übung findet vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über sogenannte „hybride“ Bedrohungen statt, die die rechtlichen Grauzonen internationaler Gewässer ausnutzen. Für Kreuzfahrtveranstalter und Frachtschiffe, die Helsinkis belebte Häfen nutzen, bedeutet die Übung eine sichtbare Zunahme von Patrouillenbooten, jedoch keine Sperrungen von Schifffahrtsrouten. Hafenmeister Hannu Koskinen erklärte, dass Navigationswarnungen herausgegeben wurden und Echtzeit-Updates über den VTS-Dienst verfügbar sind. Einige Reedereien begrüßten den Fokus auf die Sicherheit der Unterwasserinfrastruktur und wiesen darauf hin, dass die Ostsee inzwischen 25 Prozent des finnischen Datenverkehrs über neu verlegte Glasfaserkabel abwickelt. Der Zeitpunkt der Übung fällt mit legislativen Bemühungen zur Stärkung der maritimen Sicherheit zusammen – das Parlament debattiert parallel über ein Gesetz, das die Befugnisse der Grenzpolizei auf See erweitern soll (siehe oben). Beobachter der Europäischen Agentur für maritime Sicherheit und des NATO-Zentrums für hybride Bedrohungen nehmen teil, was darauf hindeutet, dass die Übung regionale Best-Practice-Richtlinien beeinflussen könnte. Im Oktober wird ein öffentliches Abschlussbriefing sowie ein Bericht mit Erkenntnissen veröffentlicht, die in die Winter-Navigations-Notfallplanung einfließen sollen.
Quelle: Sanomalehti.com
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