
Immigration and Customs Enforcement (ICE) gab am Donnerstag bekannt, dass eine fünftägige Razzia unter dem Namen „Operation Safe Community–Indiana“ zu 426 Festnahmen von undokumentierten Einwanderern im Bundesstaat Indiana führte. Mehr als die Hälfte der Festgenommenen hatte keine Vorstrafen. Indianapolis verzeichnete dabei die meisten Festnahmen. Möglich wurde die Aktion durch eine Exekutivanordnung von Gouverneur Mike Braun aus dem Jahr 2025, die lokale Polizeibehörden dazu ermutigt, sogenannte 287(g)-Kooperationsvereinbarungen mit ICE abzuschließen; bislang haben 39 Polizeidienststellen in Indiana solche Abkommen unterzeichnet. ICE lobte die Partnerschaften, da sie einen schnellen Datenaustausch und Gefangenentransfers ermöglichen. Immigrantenschutzorganisationen warnen jedoch, dass die Politik Angst am Arbeitsplatz schüre und das Arbeitskräfteangebot im Dienstleistungssektor verringere. Für Arbeitgeber, insbesondere in der Fertigung und Logistik rund um Indianapolis, könnten die Festnahmen zu Arbeitskräftemangel und I-9-Prüfungen führen. Rechtsexperten empfehlen, die Einstellungsunterlagen zu überprüfen und Notfallpläne für die Personalplanung zu erstellen. Kommunalpolitiker, die von dem Ausmaß der Aktion überrascht wurden, fordern von den Bundesbehörden künftig frühere Informationen. Bundesweit überstiegen die ICE-Festnahmen im Juli mit über 49.000 den höchsten Monatswert der zweiten Amtszeit Trumps – ein deutliches Zeichen, dass eine harte Innenpolitik weiterhin im Fokus der Bundesregierung steht. Unternehmen mit geografisch verteilten Belegschaften sollten die landesspezifischen Abkommen im Blick behalten, da sie ihre Standorte ähnlichen groß angelegten Razzien aussetzen könnten.
Quelle: Washington Post