
Das Justizministerium hat bestätigt, dass im Bearbeitungszeitraum, der am 17. September um 12 Uhr endete, 115 Visaanträge von palästinensischen Studierenden abgelehnt wurden, während nur 50 genehmigt wurden. Die Zahlen – die der University Times vorliegen – umfassen sowohl Kurzzeit- als auch Langzeitstudienvisa und beinhalten acht noch ausstehende Berufungen. Im Vergleich dazu verzeichnete der Zyklus 2025 122 Genehmigungen und nur 22 Ablehnungen, was Kritik von irischen Universitäten und Studierendenvertretungen auslöste. Die Studierendenvertretung des Trinity College Dublin organisierte diese Woche einen 20-stündigen Protest vor dem Hauptsitz des Ministeriums am Burgh Quay, bei dem sie sich an Türen ketteten und Eingänge für Mitarbeiter blockierten. Die Leiter der internationalen Büros der Universitäten warnen, dass späte Ablehnungen kaum Zeit lassen, Studienplätze neu zu besetzen oder alternative Fernstudienmöglichkeiten zu organisieren, was den Institutionen Millionenverluste bei Studiengebühren und Unterkunftseinnahmen einbringen könnte. Akteure im Hochschulbereich betonen, dass der starke Anstieg der Ablehnungen Irlands Strategie untergräbt, die internationale Studierendenstruktur über traditionelle Herkunftsländer hinaus zu diversifizieren und das Land als einen Ort mit humanitären Werten zu positionieren. Mehrere Technologiekonzerne, die gemeinsam Stipendien für Studierende aus Krisengebieten finanzieren, äußerten Besorgnis, dass wichtige Talentequellen versiegen könnten. Aus Sicht der Mobilitäts-Compliance sollten Unternehmen, die Praktikanten im Rahmen des irischen Graduate-Programms für Hochschulabsolventen betreuen, beachten, dass eine Änderung der humanitären Zulassungspolitik auf eine strengere Prüfung anderer Visakategorien hindeuten könnte. Einwanderungsanwälte raten betroffenen Studierenden, Angebote an Universitäten in Nordirland oder auf dem europäischen Festland in Betracht zu ziehen, wo Zulassungen im späten Zyklus noch möglich sind. Das Ministerium betont, dass jeder Antrag nach seinen individuellen Kriterien und Sicherheitsbewertungen geprüft wird, doch Interessenvertretungen fordern eine dringende Überprüfung der Politik vor der Januar-Aufnahme. Sie warnen, dass Ablehnungsquoten von 70 Prozent die Ziele der eigenen Internationalen Bildungsstrategie der Regierung gefährden.
Quelle: The University Times