
Die Bundespolizei in Ebersbach hat einen 23-jährigen georgischen Fahrer festgenommen, der mit fünf undokumentierten Bauarbeitern die Grenze von Tschechien bei Kunratice–Neugersdorf überquert hatte. Die nächtliche Kontrolle auf der sächsischen S 148 am 17. September um 21:00 Uhr ergab, dass weder der Fahrer noch die moldauischen und georgischen Passagiere gültige Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnisse besaßen. Ermittlungen zufolge war der VW Transporter – zugelassen auf ein Unternehmen aus Norddeutschland – auf dem Weg zu Kabelverlegungsstellen in der Nähe von Zittau. Alle sechs Männer trugen reflektierende Arbeitskleidung, was darauf hindeutet, dass sie am nächsten Morgen ihre Schichten beginnen sollten. Die Beamten beschlagnahmten das Fahrzeug und leiteten Verfahren wegen Einschleusens illegaler Einreise, unerlaubtem Aufenthalt und illegaler Beschäftigung ein. Der Fall verdeutlicht den anhaltenden Druck an der deutsch-tschechischen Landgrenze, die trotz Schengen-Innengrenze seit Wiedereinführung temporärer Kontrollen durch Österreich und Deutschland im vergangenen Jahr immer wieder stichprobenartig kontrolliert wird. Für tschechische Arbeitgeber, die Entsendungen oder Subunternehmer einsetzen, ist der Vorfall eine Mahnung, dass alle erforderlichen Dokumente den Beschäftigten auch bei inner-schengenmäßigen Grenzübertritten mitgeführt werden müssen. Arbeitsrechtsexperten weisen darauf hin, dass Bußgelder für illegale Entsendungen in Deutschland bis zu 500.000 Euro betragen können, während tschechische Firmen auch im Inland Sanktionen nach dem Beschäftigungsgesetz drohen. Unternehmen, die Personal über die Grenze entsenden, sollten elektronische Kopien von A1-Bescheinigungen, Arbeitsverträgen und Krankenversicherungsnachweisen stets griffbereit halten. Die deutschen Behörden kündigen weitere gemeinsame Kontrollen mit der tschechischen Fremdenpolizei in den kommenden Wochen an, da die Bautätigkeit vor dem Winter ihren Höhepunkt erreicht und die Gefahr opportunistischer Schmuggelaktivitäten steigt.
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