
Ein Netzwerk antirassistischer Organisationen ruft für den 19. September zu einer Kundgebung am Madrider Puerta del Sol unter dem Motto „Weder Instrumentalisierung noch Repression – Schluss mit rassistischer und kolonialer Gewalt“ auf. Die Demonstration soll auf mutmaßliche Misshandlungen bei Polizeieinsätzen in Ceuta und Melilla aufmerksam machen und eine unabhängige internationale Untersuchung fordern. Die Veranstalter planen zudem eine Gedenkveranstaltung für die mehr als 100 Migranten, die nach NGO-Schätzungen im Jahr 2026 bei dem Versuch, spanisches Territorium zu erreichen, ums Leben gekommen sind. Außerdem verlangen sie von der Regierung ein Ende der sogenannten „heißen Rückführungen“ und die Garantie legaler Einreisemöglichkeiten. Große Unternehmen mit Samstags-Schichten im Zentrum Madrids sollten mit Verkehrsbehinderungen rund um den Sol und angrenzende U-Bahn-Linien rechnen. Die Demonstration könnte eine breitere öffentliche Debatte anstoßen, während das Parlament Reformen des Ley de Extranjería prüft. Die Aktion folgt auf eine verstärkte Zivilgesellschaftsaktivität in ganz Spanien seit der Grenzüberquerung in Ceuta im Juli, wobei Gewerkschaften und Studierendengruppen Migrationsthemen zunehmend mit umfassenderen Menschenrechtsfragen verknüpfen.
Quelle: El País (live blog)