
Nur wenige Stunden nach der Eröffnung am 18. September erreichte das provisorische Empfangszentrum am Muelle de Poniente in Ceuta seine Kapazitätsgrenze von 1.700 Personen, sodass schätzungsweise 3.000 Menschen zu improvisierten Lagern an den Stränden zurückkehren mussten. Regierungsquellen, die von EFE zitiert wurden, bestätigten, dass die Umsiedlungsaktion „ohne schwerwiegende Zwischenfälle“ abgeschlossen wurde, räumten jedoch ein, dass die Nachfrage weiterhin das Angebot bei Weitem übersteigt. Der Transfer in den frühen Morgenstunden wurde von 170 Nationalpolizisten und 70 Einheiten der Guardia Civil begleitet, die Migranten von den Stränden Benítez und Trampolín zum Hafen eskortierten. Augenzeugen berichteten von Warnschüssen in die Luft aufgrund von Gedrängel, doch die Ordnung wurde schnell wiederhergestellt. Die Behörden geben an, dass die Stadt nun mehr als 6.000 temporäre Plätze an fünf Standorten bietet, dennoch bleiben nach der Massenüberquerung im Juli über 9.000 Menschen in Ceuta. NGOs berichten, dass diejenigen, die außerhalb der Lager bleiben, erneut Planen als Schutz aufbauen und nur eingeschränkten Zugang zu sanitären Einrichtungen haben. Die Lage verstärkt die Forderungen von Wirtschaftsverbänden nach schnelleren Transfers aufs spanische Festland, da anhaltender humanitärer Druck das Image des Logistikzentrums der Stadt beschädigen und den für Oktober geplanten Kreuzfahrttourismus abschrecken könnte. Das Innenministerium betont, dass weitere Flächen, darunter auch Militärgelände, geprüft werden. Arbeitgeber mit Mitarbeitern in Ceuta wird geraten, mit Verkehrsbeschränkungen in der Nähe des Hafens und der Strände zu rechnen, da die Sicherheitsmaßnahmen rund um die Uhr fortgesetzt werden.
Quelle: Agencia EFE