
In Kingston brach am späten Freitagabend öffentliche Empörung aus, nachdem die Oppositionspartei People's National Party ein sogenanntes „Geheimabkommen“ enthüllt hatte, das den USA erlaubt, nicht-jamaikanische Migranten auf die Insel zu fliegen, während diese auf ihre Abschiebung in ihre Heimatländer warten. Das Abkommen – am 10. Juni unterzeichnet, aber erst diese Woche finalisiert – macht Jamaika zum 29. Land, das unter der Abschreckungsstrategie der Trump-Administration Drittstaaten-Abgeschobene aufnimmt. Demonstranten vor dem Parlament forderten die vollständige Veröffentlichung des Memorandums und warnten, Jamaika könnte so zu einem „Lager für Amerikas Migrationsproblem“ werden. Evangelikale Führungspersönlichkeiten und Menschenrechtsorganisationen zweifelten an der Überprüfung der Transferierten und an der Belastung der öffentlichen Dienste. Die Regierung betont, dass Washington alle Kosten übernimmt und Personen mit Vorstrafen ausschließt, zudem soll die Internationale Organisation für Migration die Betreuung auf der Insel übernehmen. Für die USA bietet das Abkommen einen weiteren Standort, um Abschiebungen zu beschleunigen, wenn das Heimatland eines Asylbewerbers eine direkte Rückführung verweigert oder rechtliche Beschränkungen eine Rückkehr verhindern. US-Beamte argumentieren intern, dass eine solche „Transitabwicklung“ die Fallbearbeitung beschleunigt und inländische Haftplätze entlastet. Ähnliche Abkommen bestehen mit Ländern wie Ruanda, Palau und Honduras. Programme zur Unternehmensmobilität sollten diese Drittstaaten-Regelungen im Blick behalten, da sie die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Mitarbeiter, deren Visa nach einer Asylablehnung ablaufen, in ein Zwischenland geschickt werden, statt direkt in ihr Heimatland – was Familienzusammenführungen und Leistungsansprüche erschwert. Unternehmen mit Niederlassungen in Jamaika sehen sich zudem mit Reputationsrisiken konfrontiert, falls die Proteste zunehmen. Kingston hat zugesagt, das Abkommen innerhalb von 30 Tagen im Parlament vorzulegen. Lehnen die Abgeordneten den Vertrag ab, müssten die USA ihre Flüge verlegen, was die Abhängigkeit ihrer Offshore-Migrationsinfrastruktur von ausländischer politischer Zustimmung verdeutlicht.
Quelle: Associated Press
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