
Der französische Präsident Emmanuel Macron begann am Dienstag einen zweitägigen Staatsbesuch in Spanien – der erste eines französischen Staatsoberhaupts seit 2009. Neben einem königlichen Bankett und der Unterzeichnung von fünfzehn Kooperationsvereinbarungen stehen vor allem Mobilitätsthemen im Fokus. Experten weisen darauf hin, dass Paris an den Grenzübergängen Bidasoa und Perthus wiederholt interne Schengen-Kontrollen eingeführt hat, um irreguläre Migration einzudämmen – eine Praxis, die Exporteure und Tausende Grenzgänger verärgert. Diplomatische Kreise berichten, dass Madrid von Macron ein klares Bekenntnis fordert, künftige Kontrollen kurz und gezielt zu halten. Der Besuch erfolgt wenige Tage, nachdem das spanische Verfassungsgericht den lange blockierten Freundschafts- und Kooperationsvertrag freigegeben hat. Nach der Ratifizierung sollen gemeinsame Arbeitsgruppen zu Verkehr, Polizeizusammenarbeit und Grenzinfrastruktur entstehen. Wirtschaftsvertreter hoffen, dass der Vertrag den Ausbau langgeplanter Bahnverbindungen beschleunigt, die die Transitzeiten für Güter zwischen Barcelona und Toulouse um 30 Prozent verkürzen könnten. Über die Grenzen hinaus werden die beiden Staatschefs ein Handels- und Investitionsforum gemeinsam ausrichten, bei dem insbesondere Energieverbindungen – vor allem die französische Zurückhaltung, eine zweite Stromleitung über die Pyrenäen zügig voranzutreiben – im Mittelpunkt stehen dürften. Mit über 330.000 in Frankreich lebenden Spaniern und fast 500.000 spanischen Arbeitsplätzen bei französischen Unternehmen bleibt eine reibungslose grenzüberschreitende Mobilität für beide Volkswirtschaften essenziell. Verantwortliche für Unternehmensmobilität sollten die Umsetzung des Vertrags genau verfolgen: Die Entwurfsanhänge sehen ein Pilotprojekt zur gegenseitigen Anerkennung elektronischer Aufenthaltstitel vor, das kurzfristige Einsätze in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Automobilindustrie und digitale Dienstleistungen auf beiden Seiten der Grenze erleichtern könnte.
Quelle: El País