
Ein 22-jähriger Informatikstudent aus Gaza, Ahmed Abuhassan, riskiert den Verlust seines Vollstipendiums am University College Dublin (UCD), nachdem das High Court die Entscheidung des Justizministeriums bestätigt hat, sein irisches Studienvisum aus „finanziellen Gründen“ abzulehnen. Drei weitere palästinensische Studierende hatten in ihren Berufungen Erfolg, doch Abuhassans Antrag wurde am Freitag abgewiesen, was eine neue Debatte über die Transparenz der Visumsentscheidungen in Irland ausgelöst hat. Im Gespräch mit The Irish Times schilderte Abuhassan eine dreijährige Antragsodyssee, die Vertreibung während des Gaza-Kriegs 2023 und monatelanges Sammeln von Unterlagen trotz wiederkehrender Internetausfälle umfasste. Das UCD hat zugesagt, seinen Studienplatz bis zum 2. November freizuhalten, doch ohne eine Ermessensentscheidung des Justizministers verfällt das Stipendium, und die Universität wird die Mittel neu vergeben. Die Kanzlei Phoenix Law hat eine dringende ministerielle Intervention beantragt und argumentiert, dass die Ablehnung im Widerspruch zu Irlands erklärtem humanitären Engagement für Studierende aus Krisengebieten steht. Der Fall hat Aufmerksamkeit von NGOs und Studierendenvertretungen erregt, die betonen, dass die Ablehnungsquote für palästinensische Studierende trotz vollständiger finanzieller Garantien irischer Universitäten unverhältnismäßig hoch bleibt. Für Hochschulen unterstreicht der Fall die Bedeutung einer frühzeitigen Abstimmung mit INIS und die Notwendigkeit, wasserdichte Nachweise über die finanziellen Mittel vorzulegen – selbst wenn die Universität alle Kosten übernimmt. Bildungsexperten warnen, dass wahrgenommene Inkonsistenzen potenzielle Spitzenkandidaten abschrecken könnten, gerade jetzt, wo Irland im Wettbewerb mit den Niederlanden und Deutschland um nicht-EU-Studierende in MINT-Fächern steht.
Quelle: The Irish Times