
Bei einer Rede im italienischen Senat am 14. Oktober betonte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, dass die Entscheidung Roms, Grenzkontrollen bei Flügen und Fähren aus Spanien wieder einzuführen, ein „routinemäßiges Sicherheitsinstrument“ sei, das nach dem Schengen-Kodex erlaubt ist. Italien hatte die Maßnahme erstmals am 1. August verhängt, nachdem Zehntausende Migranten in die spanische Enklave Ceuta eingereist waren. Die spanischen Behörden reagierten mit Gegenkontrollen bei Ankünften aus Italien, und beide Seiten verlängern die Aussetzungen seitdem jeweils um 15 Tage. Meloni erklärte den Abgeordneten, dass der „außergewöhnliche Migrationsdruck“ die Kontrollen rechtfertige und bilaterale Gespräche mit Madrid laufen. Passagiere müssen vorerst an den zuvor offenen EU-Binnengrenzen Reisepässe oder Personalausweise vorzeigen. Fluggesellschaften auf den stark frequentierten Strecken Madrid–Rom und Barcelona–Mailand berichten von minimalen Auswirkungen auf den Flugplan, aber längeren Warteschlangen in den Ankunftshallen, besonders zu Stoßzeiten am Abend. Die Airlines raten Reisenden, früher anzureisen und mit stichprobenartigen Zusatzkontrollen zu rechnen. Die Bahn ist nicht betroffen, da es keine direkten grenzüberschreitenden Verbindungen gibt. Der Vorfall verdeutlicht die politischen Nachwirkungen der Ceuta-Krise im Juli und lässt die Möglichkeit häufigerer Schengen-Aussetzungen aufkommen, wenn Mitgliedstaaten sich bei Migration unter Druck sehen. Multinationale Unternehmen sollten die Gültigkeit der Ausweisdokumente ihrer Mitarbeiter prüfen und mögliche Verzögerungen bei Reisen zwischen Spanien und Italien einplanen, bis sich die Lage normalisiert.
Quelle: Europa Press
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