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EU-Rat der verschärften Regeln zur Aussetzung der visumfreien Einreise zugestimmt – Belgien bereitet sich auf schnellere Wiedereinführung von Besuchervisa vor

Nov. 18, 2025
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EU-Rat der verschärften Regeln zur Aussetzung der visumfreien Einreise zugestimmt – Belgien bereitet sich auf schnellere Wiedereinführung von Besuchervisa vor
Brüssel hat die letzte politische Hürde für eine Reform des visafreien Reise-Schutzmechanismus der Europäischen Union genommen. Am 17. November 2025 haben die EU-Innenminister unter der belgischen Ratspräsidentschaft in Brüssel formell Änderungen verabschiedet, die den sogenannten „Mechanismus zur Aussetzung der visafreien Einreise“ verschärfen.

Die überarbeitete Verordnung senkt die statistischen Schwellenwerte, die eine EU-weite Aussetzung auslösen, von einem Anstieg von 50 % auf 30 % bei Überziehungen des Aufenthalts, Asylanträgen oder schweren Straftaten durch Staatsangehörige eines visafreien Landes. Zudem kommen völlig neue Gründe hinzu: die Nichtangleichung an die EU-Visapolitik, der Verkauf von „Goldenen Pässen“ oder eine deutliche Verschlechterung der Menschenrechtslage. Erste Aussetzungen können nun 12 Monate dauern (bisher 9), mit einer möglichen Verlängerung um weitere 24 Monate.

EU-Rat der verschärften Regeln zur Aussetzung der visumfreien Einreise zugestimmt – Belgien bereitet sich auf schnellere Wiedereinführung von Besuchervisa vor


Für Belgien, dessen Wirtschaft stark von multinationalen Konzernzentralen, Luftfracht-Drehkreuzen und internationalen Institutionen abhängt, ist die Änderung in zweierlei Hinsicht relevant. Erstens müssen die belgischen Grenzbeamten am Flughafen Brüssel und im Hafen Antwerpen kurzfristig ihre Abläufe anpassen, falls die EU bei einem Partnerland den Notfallmechanismus zieht. Zweitens könnten Unternehmen, die regelmäßig Mitarbeiter aus visafreien Regionen (etwa Lateinamerika oder dem Westbalkan) entsenden, plötzlich mit einer vollständigen Schengen-Visumspflicht konfrontiert werden – was die Vorlaufzeiten für Einsätze um Wochen verlängert und die Compliance-Kosten erhöht.

Das belgische Außenministerium bestätigte, dass es seinen konsularischen Notfallplan aktualisiert, unter anderem mit zusätzlichen biometrischen Kits für Botschaften, die mit einem Anstieg der Schengen-Visumanträge vom Typ C rechnen. Mobilitätsmanager in Unternehmen werden geraten, ihre Abhängigkeiten von Arbeitskräften genau zu analysieren und Reisende darauf vorzubereiten, dass das Privileg der visafreien Einreise nun mit nur 20 Tagen Vorlauf – der Zeitraum zwischen Veröffentlichung im Amtsblatt und Inkrafttreten – entzogen werden kann.

Blickt man voraus, erwarten Migrationsberater, dass das verschärfte Instrument häufiger zum Einsatz kommt. „Das politische Signal lautet, dass die EU – und Belgien als Teil davon – schneller reagiert, wenn das visafreie Reisen missbraucht wird“, so ein in Brüssel ansässiger Jurist. Die meisten Beobachter gehen weiterhin von reibungslosen Geschäfts- und Tourismusströmen aus, doch der Spielraum für Verstöße durch Drittstaaten hat sich deutlich verringert.
Quelle: Council of the EU

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