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Peking verschärft Streit mit Japan durch umfassende Reisehinweise und Tourabsagen

Nov. 22, 2025
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Peking verschärft Streit mit Japan durch umfassende Reisehinweise und Tourabsagen
Peking erhöht den Druck auf Tokio, nachdem die japanische Premierministerin Sanae Takaichi öffentlich militärische Unterstützung für Taiwan zugesagt hat. Am 21. November gab Chinas Ministerium für Kultur und Tourismus eine landesweite Reisewarnung heraus, in der Bürger aufgefordert wurden, ihre Reisen nach Japan „gründlich zu überdenken“ – mit Verweis auf „Sicherheitsrisiken und feindselige gesellschaftliche Stimmung“. Innerhalb weniger Stunden strichen die drei staatlichen chinesischen Reiseanbieter China CYTS, Ctrip und CTS Japan-Pauschalreisen aus ihren Angeboten, und mehrere regionale Bildungsbehörden rieten Schülern, Auslandsstudienpläne zu verschieben.

Auch die Fluggesellschaften reagierten schnell. Staatliche Airlines eröffneten gebührenfreie Rückerstattungsfenster für Flüge nach Japan, und Charterflüge nach Hokkaido und Okinawa wurden abgesagt. Die Gegenreaktion folgt auf Pekings Aussetzung der Einfuhr japanischer Meeresfrüchte am 19. November sowie auf die Aussetzung der Gespräche zur Wiedereröffnung des seit langem geschlossenen Rindfleischmarktes. Experten gehen davon aus, dass der Tourismussektor, der vor der Pandemie jährlich rund 13 Milliarden US-Dollar für Japan einbrachte, als erstes unter dem Druck leiden wird: 2019 besuchten 9,5 Millionen Chinesen Japan, 2025 waren es bisher nur 2,1 Millionen.

Peking verschärft Streit mit Japan durch umfassende Reisehinweise und Tourabsagen


Für multinationale Unternehmen stehen nun Fragen zur Fürsorgepflicht und Umzugsplanung im Vordergrund. Firmen mit Mitarbeitern in Japan überprüfen ihre Krisenkommunikationspläne, während Unternehmen mit bevorstehenden Einsätzen alternative Standorte wie Südkorea oder Singapur für regionale Treffen in Betracht ziehen. Versicherungsmakler berichten von einem Anstieg der Anfragen zu politischen Risiko-Zusatzversicherungen für Expatriate-Wohnungen in Tokio.

Diplomatisch signalisiert Peking, dass wirtschaftliche Hebel – Tourismus, Studenten, Lebensmittelimporte – weiterhin das bevorzugte Mittel bleiben. Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte, die Normalisierung „hänge vollständig davon ab, dass Japan seine falschen Äußerungen zu Taiwan zurücknimmt“. Beobachter weisen darauf hin, dass China ähnliche Taktiken 2017 im THAAD-Raketenstreit gegen Südkorea angewandt hat.

Führungskräfte der Reisebranche hoffen, dass der Streit vor der lukrativen Buchungssaison zum chinesischen Neujahr entschärft wird. „Bleibt die Reisewarnung bis Januar bestehen, könnten wir 30 Prozent des Auslandsreisevolumens im ersten Quartal verlieren“, warnte das China Outbound Tourism Research Institute.
Quelle: Le Monde

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