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Ausschuss des Europäischen Parlaments unterstützt strengere Asylregeln mit französischen Vorbehalten

Dez. 7, 2025
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Ausschuss des Europäischen Parlaments unterstützt strengere Asylregeln mit französischen Vorbehalten
In einer späten Abstimmung am 6. Dezember hat der Ausschuss für bürgerliche Freiheiten (LIBE) des Europäischen Parlaments zwei umstrittene Migrationsgesetze verabschiedet, nachdem sich die Mitte-rechts-Fraktion der Europäischen Volkspartei mit rechtsextremen Gruppen verbündet hatte. Die erste Verordnung würde den Mitgliedstaaten erlauben, Asylsuchende in sogenannte „sichere Drittstaaten“ abzuschieben, mit denen sie zuvor keine Verbindung hatten; die zweite würde eine EU-weite Liste „sicherer Herkunftsländer“ schaffen, um Ablehnungen zu beschleunigen.

Französische Position. Paris äußerte „ernsthafte verfassungsrechtliche Bedenken“ und verwies darauf, dass die Präambel der französischen Verfassung die Behörden verpflichtet, individuelle Asylanträge vor einer Abschiebung zu prüfen. Beamte des Innenministeriums erklärten gegenüber Journalisten, sie befürchten, dass das Konzept der sicheren Drittstaaten zu Rechtsstreitigkeiten vor dem Conseil d’État führen und die Rückführungen im Rahmen des neuen Migrationsabkommens zwischen Großbritannien und Frankreich am Ärmelkanal erschweren könnte.

Ausschuss des Europäischen Parlaments unterstützt strengere Asylregeln mit französischen Vorbehalten


Nächste Schritte. Die EU-Innenminister werden voraussichtlich die Texte am 8. Dezember im Rat für Justiz und Inneres absegnen, eine abschließende Abstimmung im Plenum des Parlaments ist Mitte Dezember geplant. Sollte die Verordnung unverändert angenommen werden, hat Frankreich zwei Jahre Zeit, die Maßnahmen umzusetzen, was voraussichtlich hitzige parlamentarische Debatten und mögliche Verfassungsbeschwerden nach sich ziehen wird.

Auswirkungen für Arbeitgeber. Die Reformen signalisieren eine härtere EU-Politik gegenüber sekundären Bewegungen und könnten verstärkte Kontrollen von entsandten Arbeitnehmern nach sich ziehen, die über andere Mitgliedstaaten nach Frankreich einreisen. Mobilitätsmanager sollten beobachten, ob nach Inkrafttreten der Regeln neue Sanktionen für Beförderer oder Dokumentationspflichten eingeführt werden. NGOs warnen vor Rechtsstreitigkeiten und Protesten, die die Umsetzung verzögern und zu Engpässen bei den Präfekturen führen könnten.

Strategischer Kontext. Die Abstimmung verdeutlicht eine breitere Neuorientierung in Brüssel, wo sich die etablierten konservativen Parteien zunehmend auf rechtsextreme Kräfte stützen, um Migrationsfragen durchzusetzen. Für Frankreich – das vor Regionalwahlen steht und dauerhaft unter Druck wegen Calais ist – wird die Herausforderung darin bestehen, EU-Verpflichtungen, nationale Rechtsgarantien und die praktische Situation an den Grenzen in Einklang zu bringen.
Quelle: Le Monde

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