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EU-Mercosur-Abkommen wieder auf der Agenda: Brasilien drängt auf Unterzeichnung bis Jahresende

Dez. 19, 2025
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EU-Mercosur-Abkommen wieder auf der Agenda: Brasilien drängt auf Unterzeichnung bis Jahresende
Der brasilianische Finanzminister Fernando Haddad erklärte am 18. Dezember in Brasília, dass der lang erwartete EU-Mercosur-Freihandelsvertrag nun ein „geopolitisches Muss“ für die größte Volkswirtschaft Südamerikas sei. Nach fast 25 Jahren Verhandlungen wurde der Vertrag Anfang dieses Monats vorläufig unterzeichnet, doch Frankreich und Italien fordern zusätzliche Umweltauflagen, was die Europäische Kommission dazu zwang, die geplante Unterzeichnungszeremonie zu verschieben.

Haddad übermittelte eine persönliche Botschaft an den französischen Präsidenten Emmanuel Macron und betonte, dass das Abkommen weit über Zollsenkungen hinausgehe und vielmehr als Bollwerk gegen den zunehmenden globalen Protektionismus zu sehen sei. Präsident Luiz Inácio Lula da Silva äußerte sich ebenso deutlich und warnte, Brasilien könnte sich anderen Handelspartnern zuwenden, falls Europa den Prozess verzögert. Parallel dazu telefonierte Lula mit der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, die ihre bedingte Unterstützung signalisierte, jedoch um „politischen Spielraum“ bat, um die italienischen Landwirte zu beruhigen.

EU-Mercosur-Abkommen wieder auf der Agenda: Brasilien drängt auf Unterzeichnung bis Jahresende


Für Fachleute im Bereich globale Mobilität ist der Fortschritt des Abkommens von Bedeutung, da es die Liberalisierung von Visa für professionelle Dienstleistungen und die Vereinfachung von Zollformalitäten bei innerbetrieblichen Geräteverlagerungen vorsieht – Regelungen, die in den Mobilitätsanhängen des Vertrags versteckt sind. Europäische multinationale Unternehmen mit Niederlassungen in Brasilien prüfen bereits Szenarien, die Ausnahmen von Arbeitserlaubnissen für kurzfristige technische Einsätze und die gegenseitige Anerkennung von Berufsqualifikationen ermöglichen würden.

Dennoch bleibt Unsicherheit bestehen. EU-Insider, die von Reuters zitiert werden, gehen davon aus, dass die Ratifizierung durch die Mitgliedstaaten sich bis weit ins Jahr 2026 hinziehen könnte, selbst wenn das Abkommen noch in diesem Monat unterzeichnet wird. Unternehmen wird daher geraten, auf zwei Ebenen zu planen: bestehende Compliance-Prozesse aufrechterhalten und gleichzeitig flexibel reagieren zu können, falls die Mobilitätskapitel in Kraft treten.
Quelle: Reuters

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