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Lula droht, Brasilien aus dem Mercosur-EU-Handelspakt zurückzuziehen, falls das Abkommen nicht noch diesen Monat unterzeichnet wird

Dez. 18, 2025
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Lula droht, Brasilien aus dem Mercosur-EU-Handelspakt zurückzuziehen, falls das Abkommen nicht noch diesen Monat unterzeichnet wird
Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat am 17. Dezember eine deutliche Warnung an Brüssel ausgesprochen: Brasilien werde den Verhandlungstisch verlassen, sollte das seit langem verzögerte Handelsabkommen zwischen Mercosur und der Europäischen Union nicht noch vor Jahresende abgeschlossen werden.

Obwohl als Handelsabkommen präsentiert, ist das Abkommen von großer Bedeutung für globale Mobility-Manager. Bei Ratifizierung würden Zölle auf professionelle Dienstleistungen abgeschafft oder stark reduziert, Arbeitserlaubnisquoten für innerbetriebliche Versetzungen vereinfacht und ein gemeinsamer Ausschuss eingerichtet, der die Dokumentation für Geschäftsreisende zwischen den vier Mercosur-Mitgliedern (Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay) und den 27 EU-Staaten erleichtert. Ein Scheitern oder ein einseitiger Rückzug Brasiliens würde multinationalen Unternehmen genau dann die rechtliche Planbarkeit entziehen, wenn sie ihre Mobilitätsbudgets für 2026 planen.

Lula droht, Brasilien aus dem Mercosur-EU-Handelspakt zurückzuziehen, falls das Abkommen nicht noch diesen Monat unterzeichnet wird


Lulas Ärger folgt auf erneuten Widerstand aus Frankreich und Italien, die Umwelt- und Agrarbedenken anführen. Die Europäische Kommission hatte eine Unterzeichnungszeremonie in Brasília vorgesehen, doch Paris und Rom haben um mehr Zeit gebeten, was eine Abstimmung im Europäischen Parlament effektiv auf 2026 verschiebt.

Für brasilianische Exporteure ist die Drohung ein Druckmittel gegenüber der EU; für Personal- und Mobility-Teams bedeutet sie neue Unsicherheit. Sollte die Verhandlung scheitern, müssten Unternehmen auf das deutlich weniger umfassende EU-Brasilien-Kurzaufenthaltsvisum (90/180-Regel) oder auf bilaterale Sozialversicherungsabkommen zurückgreifen, die von Land zu Land unterschiedlich sind. Juristen warnen, dass projektbezogene Reisen – etwa Ingenieuraudits, IT-Rollouts oder klinische Studienüberwachung – wieder fallweise „Techniker-Visen“ erfordern könnten, anstatt unter ein einheitliches Mobility-Kapitel zu fallen.

Praktische Empfehlungen: Die Abteilungen für Geschäftsreisen sollten Einsätze für das erste Halbjahr 2026, die auf freiere Beweglichkeit durch das Abkommen setzen, genau erfassen und Notfallbudgets für Visa einplanen. Personalvermittler, die EU-Talente nach Brasilien entsenden, sollten längere Vorlaufzeiten einplanen, falls sich die politische Pattsituation ins neue Jahr zieht.
Quelle: Reuters

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