
Australiens Außenministerin Penny Wong erklärte am 1. März 2026 in Sydney, dass schätzungsweise 115.000 australische Staatsbürger und Daueraufenthalter derzeit aufgrund der Schließung des Luftraums im Nahen Osten nicht aus der Region ausreisen können. Diese Zahl – deutlich höher als anfängliche konsularische Schätzungen – umfasst Touristen, Doppelstaatsbürger, FIFO-Arbeiter und im Golf- und Levante-Gebiet ansässige Expatriates. Nach verbündeten Angriffen auf iranische Militäranlagen haben kommerzielle Fluggesellschaften ihre Verbindungen eingestellt; Emirates, Qatar Airways und Etihad strichen dutzende Routen, die als wichtige Verbindungen zwischen Australien und Europa dienen. Wong betonte, dass von der Regierung gecharterte Evakuierungsflüge geprüft werden, aber die schnellste Lösung darin bestehe, die kommerziellen Flugkorridore wieder zu öffnen: „Der beste Weg, Australier nach Hause zu bringen, ist, dass die Fluggesellschaften den regulären Betrieb wieder aufnehmen, sobald die Sicherheit gewährleistet ist.“ Das Außenministerium (DFAT) hat Reisehinweise für zwölf Länder verschärft und sein 24/7-Konsular-Notfallzentrum aktiviert. Reisende werden aufgefordert, sich im „Smartraveller“-Portal zu registrieren und die Social-Media-Kanäle der Botschaften zu verfolgen. Unternehmen mit Mitarbeitern in der Region müssen ihre Fürsorgepflichten überprüfen, Unterkunftsbudgets bestätigen und alternative Ausstiegspunkte wie Athen oder Istanbul in Betracht ziehen, falls die Golf-Drehkreuze weiterhin geschlossen bleiben. Der Vorfall verdeutlicht die Kettenreaktion geopolitischer Konflikte auf die globale Mobilität. Neben gestrandeten Touristen bereiten sich australische Importeure, die auf Fracht über Golf-Drehkreuze angewiesen sind, auf Lieferverzögerungen vor. Versicherer erwarten einen Anstieg von Schadensmeldungen wegen Reiseunterbrechungen und könnten die Prämien für Routen durch konfliktanfällige Korridore neu bewerten. Das DFAT steht in Kontakt mit Qantas und ausländischen Fluggesellschaften bezüglich Notfallplänen, warnte jedoch, dass die Luftraumsperrungen „Tage oder Wochen“ andauern könnten. Reisende sollten erst dann zum Flughafen aufbrechen, wenn sie eine bestätigte Umbuchung erhalten haben.
Quelle: AFP via NAMPA