
Australische Geschäfts- und Freizeitreisende, die nach Großbritannien reisen, erwachten am 25. Februar 2026 zu einem völlig neuen Vorab-Abreiseverfahren. Ab 04:00 Uhr GMT stellte das britische Innenministerium sein Electronic Travel Authorisation (ETA)-System vom gestaffelten Pilotprojekt auf eine verpflichtende Regelung für alle 85 visumfreien Nationalitäten um. Dazu gehört auch Australien, was bedeutet, dass jeder australische Passinhaber ohne gültiges UK-Visum nun eine genehmigte ETA besitzen muss, bevor eine Fluggesellschaft, Fähre oder der Eurostar ihn an Bord lässt. Die Gebühr beträgt £16 (ca. 31 AUD) und die Genehmigung wird über eine Smartphone-App oder Website beantragt, die biografische Daten, ein kurzes Selfie-Video, Passchip-Details und Sicherheitsfragen erfasst. Behörden gaben an, die durchschnittliche Bearbeitungszeit liege „unter zehn Minuten“, raten Reisenden jedoch, mindestens 72 Stunden vor Abflug zu beantragen, da einige Fälle manuell überprüft werden. Die Genehmigung gilt für mehrere Einreisen über zwei Jahre oder bis zum Ablauf des Passes, ähnlich dem US-ESTA und als Vorbote für das EU-ETIAS, das später in diesem Jahr eingeführt wird. Fluggesellschaften, die den lukrativen Australien-UK-Markt bedienen, angeführt von Qantas und Singapore Airlines, haben monatelang ihre Abflugkontrollsoftware aktualisiert, um in Echtzeit auf die britische API-Datenbank zuzugreifen. „Das Check-in-Personal erhält eine klare ‚Boarding erlaubt / nicht erlaubt‘-Meldung – ohne ETA wird die Bordkarte gesperrt“, erklärte Markus Svensson, COO International bei Qantas, in einem Branchen-Webinar. Airlines drohen Strafen von bis zu £10.000 pro falsch dokumentiertem Passagier. Reisebüros berichten, dass Firmenkunden eilig ihre Profildaten aktualisieren. „Großbritannien bleibt das wichtigste Langstreckenziel für australische Führungskräfte; diese Woche verzeichnen wir einen Anstieg von 40 Prozent bei Last-Minute-ETA-Anfragen“, sagte Melissa Elf, General Manager bei Flight Centre Business Travel. Auch Versicherer passen ihre Bedingungen an: Reisen, die wegen verweigerter Beförderung mangels ETA verpasst werden, könnten künftig nicht mehr versichert sein. Experten für Grenzsicherheit weisen darauf hin, dass Australien mit der Einführung der ETA für die Olympischen Spiele 2000 in Sydney ein ähnliches Modell vorweggenommen hat und sehen den britischen Schritt als Teil eines globalen Trends zu Vorab-Risikoprüfungen und kontaktlosen Grenzen. Für australische Unternehmen lautet die unmittelbare Botschaft eher operativ als strategisch: Mitarbeiter, Angehörige und Besuchskunden müssen ihre ETA rechtzeitig vor Abflug beantragen, um teure Verzögerungen zu vermeiden.
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