
Die Europäische Asylagentur (EUAA) veröffentlichte am 3. März 2026 ihren jährlichen Statistikbericht und bestätigte, dass die Asylanträge in der EU+ (EU 27 plus Norwegen und Schweiz) von rund 1 Million im Jahr 2024 auf etwa 822.000 im Jahr 2025 zurückgingen. Frankreich bildete dabei eine Ausnahme: Mit 152.000 Anträgen blieb die Zahl im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert und sicherte dem Land den zweiten Platz hinter Deutschland. Laut EUAA dominieren weiterhin Antragsteller aus der Demokratischen Republik Kongo, Guinea, Haiti und zunehmend Afghanistan, nachdem der Gerichtshof entschieden hat, dass die Taliban-Beschränkungen für Frauen als Verfolgung gelten. Die Anerkennungsquoten sind jedoch unterschiedlich: Während 65 % der afghanischen Anträge genehmigt wurden, lagen die Erfolgsraten für kongolesische und guineische Staatsangehörige unter 20 %. Dies deutet darauf hin, dass viele Fälle künftig im Rahmen der neuen beschleunigten Grenzverfahren bearbeitet werden könnten, sobald der EU-Migrationspakt Mitte 2026 in Kraft tritt. Für die französischen Präfekturen – die erste Anlaufstelle bei der Asylbearbeitung – verdeckt die stabile Gesamtzahl jedoch verschobene Belastungen. In Lille, Lyon und Marseille gingen die Anträge jeweils zweistellig zurück, während Paris und Straßburg aufgrund von Sekundärbewegungen aus Deutschland und Belgien, die dort die temporären Schutzregelungen verschärft haben, einen Anstieg verzeichneten. Arbeitgeber, die Talente im Rahmen des französischen Passeport Talent-Programms beschäftigen, sollten beachten, dass die stabile Asylzahl nicht zu kürzeren Bearbeitungszeiten für Arbeitserlaubnisse führt: Die personellen Kapazitäten in den Präfekturen sind weiterhin angespannt. Die Personalabteilungen sollten daher weiterhin mit sechs bis acht Wochen Wartezeit für Termine in der Île-de-France und Rhône-Alpes rechnen. Der Bericht deutet zudem auf bevorstehende Veränderungen hin: Die erste EU-weite Liste sicherer Herkunftsländer, die der Rat Ende Februar verabschiedet hat, umfasst Nationalitäten, die 2025 16 % der Anträge ausmachten. Nach Umsetzung wird Frankreich Ablehnungen für Antragsteller aus Marokko, Tunesien, Bangladesch und anderen Ländern beschleunigen können – was Ressourcen für die Zuwanderung hochqualifizierter Fachkräfte freisetzen könnte.
Quelle: European Union Agency for Asylum
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