
Obwohl die Preiserhöhungen erst ab dem 1. Mai 2026 gelten, sind die Präfekturen in Frankreich bereits im März von Anträgen auf Aufenthaltserlaubnisse überflutet, da viele Antragsteller die Frist einhalten wollen. Eine am 6. März veröffentlichte Meldung von Envoy Global bestätigt, dass die Gebühr für die erstmalige Carte de Séjour von 200 auf 300 Euro steigt, Verlängerungen von 100 auf 200 Euro und Einbürgerungsstempel von 55 auf 255 Euro gemäß dem neuen Haushaltsgesetz. Diese Frist ist für Arbeitgeber entscheidend: Personalabteilungen, die neue Mitarbeiter unter den Kategorien Passeport Talent oder ICT anmelden, haben acht Wochen Zeit, um die Anträge zu den aktuellen Gebühren einzureichen. Gehaltsberechnungen der Big-Four-Gesellschaft PwC zeigen, dass eine vierköpfige Familie, die mehrjährige Aufenthaltstitel beantragt, mit zusätzlichen 1.000 Euro an staatlichen Gebühren rechnen muss, wenn die Frist verpasst wird. Die Präfekturen, die nach den Ausfällen des ANEF-Portals 2025 noch mit Rückständen kämpfen, haben die biometrischen Erfassungszeiten verlängert und auch Samstags-Termine angeboten. Dennoch verkaufen Terminbuchungs-Bots Zeitfenster für bis zu 250 Euro weiter, was das Innenministerium mit rechtlichen Schritten zu unterbinden droht. Unternehmen sollten ihre Fälle priorisieren: Mitarbeiter, deren aktuelle Aufenthaltstitel vor September auslaufen, sollten bevorzugt behandelt werden, da eine frühzeitige Antragstellung die niedrigere Gebühr sichert, selbst wenn die Karte erst nach Mai ausgestellt wird. Leiter der globalen Mobilität überdenken zudem ihre Kostenbeteiligungsmodelle; einige teilen die Gebühren 50/50 mit den Mitarbeitern, andere übernehmen die Kosten für die ganze Familie. Langfristig könnten die höheren Gebühren Unternehmen dazu bewegen, vermehrt auf lokale Arbeitsverträge oder kurzfristige Geschäftsvisa statt auf vollständige Entsendungen zu setzen. Rechtsexperten weisen darauf hin, dass die Erhöhungen Frankreich näher an Deutschland und die Niederlande heranrücken lassen und das Land damit seinen Ruf als „günstiges, aber bürokratisch aufwändiges“ Einwanderungsland verliert.
Quelle: Envoy Global
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