
Die Tschechische Republik hat in Brüssel eine neue diplomatische Initiative gestartet, um die EU-Richtlinie zum vorübergehenden Schutz (Temporary Protection Directive, TPD) vor ihrem Auslaufen im März 2027 neu zu verhandeln. Lubomír Metnar, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses der Abgeordnetenkammer, bestätigte am 26. Februar 2026 im Tschechischen Fernsehen, dass Prag „neue, langfristige Stabilitätsmechanismen“ für die mehr als 350.000 Ukrainer mit vorübergehendem Schutzstatus in Tschechien vorschlagen werde.
Seit Beginn der russischen Großinvasion 2022 bietet die TPD vertriebenen Ukrainern in der EU schnelle Aufenthaltsrechte, Zugang zum Arbeitsmarkt und soziale Leistungen – ohne formellen Asylantrag. Das Programm ist bei Arbeitgebern, insbesondere in der Industrie, im Gesundheitswesen und IT-Bereich, beliebt, wurde jedoch als Notfallmaßnahme konzipiert und muss einstimmig von den Mitgliedstaaten verlängert werden.
Tschechische Behörden betonen, dass die Regelung nicht mehr den Arbeitsmarktbedingungen entspricht: Viele Ukrainer haben sich dauerhaft niedergelassen, Tschechisch gelernt und wichtige Fachkräftelücken geschlossen, können aber nicht problemlos auf reguläre Arbeits- oder Familiennachzugsvisa umsteigen. Nach dem Entwurf aus Prag sollen Ukrainer, die mindestens 18 Monate unter vorübergehendem Schutz stehen und tschechische Sprach- sowie Beschäftigungskriterien erfüllen, eine vierjährige, verlängerbare Aufenthaltserlaubnis erhalten können. Das würde Unternehmen wiederholten bürokratischen Aufwand ersparen und den Inhabern den Zugang zu Hypotheken und langfristigen Mietverträgen ermöglichen.
Metnar fordert zudem, die Regelung zu lockern, wonach Schutzberechtigte ihren Status verlieren, wenn sie die EU länger als 90 Tage verlassen. Regelmäßige Besuche bei Verwandten in der Ukraine sollten den Schutzstatus nicht gefährden. Für Arbeitgeber könnte dieser Umwandlungsweg Fachkräfte binden, die sonst nach Ablauf der TPD wegen höherer Löhne nach Deutschland oder Polen abwandern würden.
Migrationsrechtler warnen jedoch, dass der Vorschlag Änderungen sowohl der EU-Richtlinien als auch der tschechischen Gesetzgebung erfordert – ein Prozess, der bis zu 18 Monate dauern kann. Sie raten Personalabteilungen, bestehende Arbeitsverträge weiterhin zu verlängern und Integrationsleistungen der Beschäftigten (Sprachzertifikate, Steuererklärungen) für künftige Eignungsprüfungen zu dokumentieren.
Metnars Äußerungen fallen zusammen mit der Vorbereitung eines Gesetzentwurfs des Innenministeriums, der ab 2027 die Ausländerpolizei und die Asyl-/Migrationsbehörden zu einem einzigen Einwanderungsdienst zusammenführen soll. Dies ist Teil einer umfassenden Digitalisierungsreform, die die Bearbeitungszeiten für Aufenthaltserlaubnisse von derzeit 270 auf 120 Tage verkürzen soll.
Seit Beginn der russischen Großinvasion 2022 bietet die TPD vertriebenen Ukrainern in der EU schnelle Aufenthaltsrechte, Zugang zum Arbeitsmarkt und soziale Leistungen – ohne formellen Asylantrag. Das Programm ist bei Arbeitgebern, insbesondere in der Industrie, im Gesundheitswesen und IT-Bereich, beliebt, wurde jedoch als Notfallmaßnahme konzipiert und muss einstimmig von den Mitgliedstaaten verlängert werden.
Tschechische Behörden betonen, dass die Regelung nicht mehr den Arbeitsmarktbedingungen entspricht: Viele Ukrainer haben sich dauerhaft niedergelassen, Tschechisch gelernt und wichtige Fachkräftelücken geschlossen, können aber nicht problemlos auf reguläre Arbeits- oder Familiennachzugsvisa umsteigen. Nach dem Entwurf aus Prag sollen Ukrainer, die mindestens 18 Monate unter vorübergehendem Schutz stehen und tschechische Sprach- sowie Beschäftigungskriterien erfüllen, eine vierjährige, verlängerbare Aufenthaltserlaubnis erhalten können. Das würde Unternehmen wiederholten bürokratischen Aufwand ersparen und den Inhabern den Zugang zu Hypotheken und langfristigen Mietverträgen ermöglichen.
Metnar fordert zudem, die Regelung zu lockern, wonach Schutzberechtigte ihren Status verlieren, wenn sie die EU länger als 90 Tage verlassen. Regelmäßige Besuche bei Verwandten in der Ukraine sollten den Schutzstatus nicht gefährden. Für Arbeitgeber könnte dieser Umwandlungsweg Fachkräfte binden, die sonst nach Ablauf der TPD wegen höherer Löhne nach Deutschland oder Polen abwandern würden.
Migrationsrechtler warnen jedoch, dass der Vorschlag Änderungen sowohl der EU-Richtlinien als auch der tschechischen Gesetzgebung erfordert – ein Prozess, der bis zu 18 Monate dauern kann. Sie raten Personalabteilungen, bestehende Arbeitsverträge weiterhin zu verlängern und Integrationsleistungen der Beschäftigten (Sprachzertifikate, Steuererklärungen) für künftige Eignungsprüfungen zu dokumentieren.
Metnars Äußerungen fallen zusammen mit der Vorbereitung eines Gesetzentwurfs des Innenministeriums, der ab 2027 die Ausländerpolizei und die Asyl-/Migrationsbehörden zu einem einzigen Einwanderungsdienst zusammenführen soll. Dies ist Teil einer umfassenden Digitalisierungsreform, die die Bearbeitungszeiten für Aufenthaltserlaubnisse von derzeit 270 auf 120 Tage verkürzen soll.
Quelle: Expats.cz / ČTK
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