
In einem entscheidenden Schritt zur Entlastung der Tausenden von Touristen, Geschäftsreisenden und Einwohnern, die das Land nicht verlassen können, kündigte die Bundesbehörde für Identität und Staatsbürgerschaft (ICA) am 5. März 2026 an, alle seit Beginn der flächendeckenden Flugaussetzungen am 28. Februar entstandenen Überziehungsstrafen für Visa zu annullieren. Nach den üblichen Regeln zahlen Besucher, die ihren erlaubten Aufenthalt überschreiten, 50 AED pro Tag zuzüglich Ausreisestrafen und riskieren eine Einreisesperre für die Zukunft. Die neue Richtlinie der ICA, Rundschreiben Nr. ICA/2026/03/001, erlaubt stattdessen jedem, der nachweisen kann, dass er aufgrund von Flugausfällen oder geschlossenem Luftraum an der Ausreise gehindert wurde, seinen Status kostenfrei zu regulieren. Akzeptierte Nachweise sind unter anderem Benachrichtigungen der Fluggesellschaft, stornierte Tickets und Flughafenhinweise; Anträge können in jedem ICA-Servicezentrum oder über das Callcenter und die Smart-App der Behörde eingereicht werden. Reisende, die bereits Strafen bezahlt haben, können innerhalb von 30 Tagen eine vollständige Rückerstattung beantragen. Diese humanitäre Maßnahme folgt auf sechs Tage fortlaufender Luftraumsperren, ausgelöst durch US-israelische Angriffe auf den Iran, die die Fluggesellschaften der VAE – Emirates, Etihad, flydubai und Air Arabia – zwangen, die meisten Flüge einzustellen. Mit rund 300.000 Passagieren, die noch auf Flüge aus dem Golf-Drehkreuz warten, beseitigt die Entscheidung eine erhebliche finanzielle und psychologische Belastung, insbesondere für Kleinunternehmer und kurzfristige Entsandte, deren Visa bald ablaufen würden. Einwanderungsanwälte weisen darauf hin, dass der Erlass auch Arbeitgeber vor unbeabsichtigten Verstößen schützt: Mitarbeiter, deren Aufenthaltsvisa nach Verlassen der VAE abgelaufen sind, gelten nicht als überzogen, und Unternehmen entgehen den sonst üblichen hohen Bußgeldern für das Sponsoring von Überziehern. Dennoch werden Mobilitätsmanager aufgefordert, Unterlagen zu den gestörten Reiseplänen zu führen und Anträge auf Erlass zeitnah einzureichen, da die Richtlinie eine Ermessensentscheidung bleibt und weiterhin Nachweise erfordert. Langfristig könnte dieser Vorfall die geplanten Reformen des Visa-Bußgeldsystems der VAE beschleunigen, darunter Forderungen, tägliche Strafen durch flexible Kulanzfristen bei höherer Gewalt zu ersetzen. Für den Moment haben gestrandete Reisende jedoch einen klaren, unmittelbaren Weg zu rechtlicher Sicherheit, während sie auf die Normalisierung des kommerziellen Flugverkehrs warten.
Quelle: Business Standard