
Bei ihrem Treffen in Brüssel am 5. und 6. März widmeten sich die EU-Justiz- und Innenminister – darunter die belgische Gastgeberin Hilde Van Bossuyt – einen ganzen Tag lang der praktischen Umsetzung des Pakts für Migration und Asyl, dem Schengen-Governance-Zyklus sowie verschärften Rückführungsverfahren. Zu Beginn der Sitzung erklärte Kommissar Magnus Brunner, dass im Jahr 2025 erstmals freiwillige Rückführungen die zwangsweisen Abschiebungen übertroffen hätten, und betonte: „Glaubwürdigkeit hängt von Konsequenzen ab, wenn Migranten eine Rückkehranordnung ignorieren.“ Belgien nutzte das Treffen, um für einen gemeinsamen „Rückführungskoffer“ zu werben, der es den Mitgliedstaaten ermöglichen soll, Visaerteilung, Entwicklungshilfe und Handelspräferenzen an die Bereitschaft eines Drittstaats zu koppeln, seine Staatsangehörigen zurückzunehmen. Diplomaten zufolge wird Zypern – derzeitiger Vorsitzender des rotierenden Ratspräsidiums – technische Gespräche zu diesem Vorschlag einberufen, bevor der Pakt am 12. Juni 2026 vollständig in Kraft tritt. Die Minister tauschten sich zudem über aufkommende Transitländer wie Libanon und Libyen aus. Unternehmen, die Entsendungsprogramme über diese Länder abwickeln, wurden aufgefordert, die künftigen Kooperationsvereinbarungen genau zu beobachten, da diese Rückführungen beschleunigen und möglicherweise die Verlängerung von Aufenthaltstiteln für Mitarbeiter mit abgelehnten Asylanträgen erschweren könnten. Im Schengen-Bereich begrüßte der Rat den Rückgang irregulärer Grenzübertritte und unterstützte Belgiens Forderung nach einem halbjährlichen „Schengen-Gesundheitscheck“, analog zu den Haushaltsüberprüfungen im Euroraum. Für Teams in der Unternehmensmobilität ist die Botschaft klar: Dokumentenprüfungen, Vorausreisendeninformationen und Ein- und Ausreisedaten werden innerhalb des Blocks intensiver ausgetauscht, was die Compliance-Anforderungen für kurzfristig Entsandte und Geschäftsreisende erhöht. Das Treffen endete mit einem Briefing von Frontex und Europol zu den sicherheitspolitischen Folgen des erneuten Konflikts im Nahen Osten. Fluggesellschaften am Flughafen Brüssel wurden auf verstärkte Prüfungen der Vorausreisendeninformationen und mögliche Stichprobenkontrollen während der Osterreisezeit vorbereitet, während Risikomanager in der Reisebranche ihre Notfallpläne für Mitarbeiter auf dem Transitweg im östlichen Mittelmeerraum überprüfen sollten.
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