
Brasilien öffnet seine Türen offiziell weiter für den irischen Markt. Die Interministerielle Verordnung 18/2026 – veröffentlicht im Bundesanzeiger und am 8. März 2026 bekanntgegeben – nimmt Irland in eine exklusive Liste von Ländern auf, deren Staatsangehörige visafrei für Tourismus, Konferenzen und kurze Geschäftsbesuche von bis zu 90 Tagen pro Jahr (einmal verlängerbar) einreisen dürfen. Damit wird das 2024 eingeführte E-Visum-Regime aufgehoben, das Reisende 120 US-Dollar kostete und bis zu zwei Wochen Bearbeitungszeit erforderte. Für irische Unternehmen beseitigt diese Änderung eine kleine, aber spürbare Hürde. Irland exportierte 2025 Waren im Wert von 204 Millionen Euro nach Brasilien, eine Zahl, die Enterprise Ireland erwartet, weiter zu steigen, da Ag-Tech-, Fintech- und Med-Tech-Firmen die größte Volkswirtschaft Südamerikas ins Visier nehmen. Geplante Handelsmissionen in São Paulo und Porto Alegre später in diesem Jahr können nun ohne den administrativen Aufwand von Visumsanträgen und Terminengpässen bei der brasilianischen Botschaft in London stattfinden. Mobilitätsteams in Unternehmen sollten jedoch wichtige Hinweise beachten: Bezahlte Arbeit und technische Dienstleistungen erfordern weiterhin das passende temporäre Visum oder eine Arbeitserlaubnis, und die brasilianische Einwanderungsbehörde kann an der Grenze Nachweise über Rückflugticket, Unterkunft und finanzielle Mittel verlangen. Vielflieger müssen die kumulative Aufenthaltsregel im Auge behalten: Die 90-Tage-Frist beginnt erst nach 12 Monaten neu, nicht am 1. Januar. Das Flugangebot reagiert bereits darauf: TAP Air Portugal beantragt zusätzliche Flugrechte auf der Strecke Lissabon–Dublin–Belém, während Air France-KLM eine Ausweitung der Codeshare-Verbindungen plant, die vier tägliche Direktverbindungen mit einem Zwischenstopp nach Rio und São Paulo bieten würden. Reiseeinkäufer sollten frühzeitig buchen, da die saisonale Nachfrage rund um Rock in Rio und große Fachmessen stark ansteigt. Im weiteren Kontext ist Brasiliens Politik Teil eines regionalen Trends: Argentinien und Kolumbien haben im vergangenen Jahr die Gegenseitigkeitsgebühren für EU-Bürger abgeschafft, und Chile überprüft derzeit seine Gebühren für Visa bei Ankunft. Inhaber eines irischen Reisepasses genießen nun visafreien oder nur eTA-pflichtigen Zugang zu 190 Ländern und festigen damit die Spitzenposition des Dokuments im Henley Passport Index.
Quelle: Travel and Tour World