
Das britische Innenministerium legte am 5. März 2026 die Änderungsmitteilung HC 1691 vor und veröffentlichte 48 Seiten mit Anpassungen der Einwanderungsbestimmungen. Wichtige Neuerungen für in Irland ansässige multinationale Unternehmen mit UK-Niederlassungen sind: ab dem 4. April gilt eine allgemeine Gehaltsschwelle von 38.700 £ für Skilled Worker-Visa; ab dem 1. Oktober wird für alle visumfreien Staatsangehörigen (einschließlich kurzzeitiger irischer Bewohner ohne irische Staatsbürgerschaft) eine verpflichtende elektronische Reisegenehmigung (ETA) eingeführt; zudem wird eine vereinfachte Youth Mobility-Regelung für EU27-Bürger im Alter von 18 bis 35 Jahren eingeführt. Die Gehaltserhöhung liegt 46 % über der bisherigen Schwelle von 26.200 £ und trifft besonders stark auf technische Support- und Shared-Service-Positionen zu, die häufig von irischen Entsandten besetzt werden. Deloitte schätzt, dass die zusätzlichen Lohnkosten für die Entsendung eines in Dublin ansässigen Business-Analysten nach London für zwei Jahre um 32.000 £ steigen, wenn die Arbeitgeber-Nationalversicherung hinzugerechnet wird. Unternehmen, die auf Entsendevereinbarungen setzen, sollten jetzt ihre Kostenbeteiligungsklauseln überprüfen. Von allgemeinem Interesse für die Mobilität ist der endgültige Einführungsplan für das ETA-Reisebefreiungssystem. Während irische Staatsbürger im Rahmen des Common Travel Area weiterhin ausgenommen sind, müssen nicht-irische Familienangehörige mit Wohnsitz in Irland – etwa US-amerikanische Ehepartner irischer Mitarbeiter – vor der Einschiffung auf eine Fähre oder den Flug in das Vereinigte Königreich eine 10 £ teure ETA beantragen, selbst für Tagesausflüge nach Belfast. Personalabteilungen sollten ihre Umzugshandbücher aktualisieren und sicherstellen, dass die neuen Anforderungen bereits im Bewerbungsprozess kommuniziert werden. Die Änderungen erweitern zudem das Innovator Founder-Visum, streichen jedoch die bisherige Investitionsanforderung von 50.000 £, was vom Londoner Büro von Enterprise Ireland begrüßt wird, da es die Hürden für irische Start-ups mit Plänen für eine Präsenz auf beiden Märkten senkt. Die neuen Regelungen treten gestaffelt zwischen dem 4. April und dem 31. Oktober 2026 in Kraft. Die Gebühren für die Verlängerung von Sponsor-Lizenzen bleiben unverändert, das Innenministerium kündigt jedoch eine Überprüfung noch in diesem Jahr an. Mobilitätsverantwortliche sollten daher mit weiteren Kostensteigerungen rechnen und bereits jetzt Schattenlohnabrechnungslösungen für Mitarbeiter planen, die zwischen irischer und britischer Steuerhoheit pendeln.