
Die Organisatoren der Ig-Nobelpreise – die frechsten Auszeichnungen der Wissenschaft – bestätigten am 9. März, dass die 36. jährliche Verleihung im September nicht wie gewohnt in Harvard, sondern in Zürich stattfinden wird. Chefredakteur Marc Abrahams erklärte gegenüber der Associated Press, dass die zunehmend unvorhersehbare US-Visumvergabe es „unmöglich macht, die Einreise für Preisträger und ausländische Journalisten zu garantieren“. Dieser Schritt zeigt, wie verschärfte US-Einwanderungsbestimmungen internationale Konferenzen zunehmend in Länder mit verlässlicheren Einreisebedingungen lenken. Die Schweiz, die Teilnehmern aus über 60 Ländern visafreien Schengen-Zugang gewährt und Kurzzeitvisa meist innerhalb von 15 Tagen bearbeitet, hat sich als sicherer Hafen für wissenschaftliche Veranstaltungen etabliert. Die ETH Zürich und die Universität Zürich werden die Veranstaltung gemeinsam ausrichten und in den kommenden Jahren mit anderen europäischen Städten abwechseln. Die lokalen Tourismusbehörden rechnen mit rund 1.500 Delegierten und Besuchern, was geschätzte drei Millionen Schweizer Franken an Einnahmen im Gastgewerbe generieren dürfte. Die Entscheidung folgt ähnlichen Verlegungen von Tech-Hackathons und akademischen Symposien, die früher meist an US-Universitäten stattfanden, heute aber bevorzugt in Zentren mit effizienter Schengen-Visa-Abwicklung. Für Manager der Unternehmensmobilität signalisiert dieser Trend eine Neuausrichtung der Konferenzrouten: Mitarbeiter benötigen künftig eher EU-/Schengen-konforme Reisedokumente statt US-Visa für wichtige Branchenevents. Unternehmen sollten ihre globalen Mobilitätsbudgets überprüfen, da kürzere Flüge innerhalb Europas die steigenden Unterkunftskosten in Schweizer Städten ausgleichen könnten. Die Schweizer Veranstalter planen unterdessen, den skurrilen Charme der Ig-Nobelpreise zu nutzen, um das heimische MINT-Ökosystem zu präsentieren, mit Laborbesichtigungen am Paul-Scherrer-Institut und Networking-Angeboten für ausländische Forscher, die an Schweizer Talentbewilligungen interessiert sind.
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