
Nur wenige Stunden nachdem zwei Evakuierungsflüge von Edelweiss Oman verlassen hatten, signalisierte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Abend des 7. März, dass es „derzeit keinen Bedarf“ für weitere Sonderflüge sehe – eine Entscheidung, die viele der geschätzten 4.039 Schweizerinnen und Schweizer sowie in der Schweiz wohnhafte Personen, die noch an Golf-Flughäfen verstreut sind, verärgert. In einer vom Nachrichtenportal Blue News zitierten Erklärung erläuterte das EDA, dass die Plätze auf den Rückführungsflügen am Samstag nicht vollständig ausgebucht waren und die Fluggesellschaften Emirates und Etihad den begrenzten kommerziellen Flugbetrieb nach Zürich wieder aufnehmen. SWISS hatte angeboten, ein zweites Sonderflugzeug einzusetzen, kann dies jedoch ohne offiziellen Antrag nicht tun, da Evakuierungsflüge behördliche Genehmigungen für Überflüge und Landungen in eingeschränktem Luftraum erfordern. Reiseveranstalter berichten, dass die Diskrepanz zwischen wahrgenommenem Bedarf und tatsächlichen Buchungen die chaotischen Bedingungen vor Ort widerspiegelt: Ausgangssperren in Dubai und Abu Dhabi, unregelmäßige Treibstoffversorgung und sich schnell ändernde NOTAMs führen dazu, dass Reisende oft zu spät von verfügbaren Plätzen erfahren, um rechtzeitig zum Abflugort zu gelangen. Einige Unternehmen haben begonnen, Regionaljets nach Muscat oder Jeddah zu chartern, um Mitarbeitende für die Weiter-Evakuierung zu positionieren, was Kosten und Komplexität erhöht. Airline-Manager warnen, dass die Nachfrage wieder stark ansteigen könnte, falls die Feindseligkeiten zunehmen oder benachbarte Lufträume geschlossen werden. Krisenberater empfehlen daher multinationalen Unternehmen, Evakuierungsentscheidungen ständig zu überprüfen, stets aktuelle Passkopien von entsandten Mitarbeitenden vorzuhalten und Notfall-Ticketkäufe über die üblichen Tarifgrenzen hinaus vorab zu genehmigen. Aus politischer Sicht entspricht die Haltung des EDA dem Schweizerischen Auslandgesetz, das die Hauptverantwortung für die Sicherheit beim Reisenden sieht. Dennoch wächst der politische Druck: Die Mitte-Partei forderte den Bundesrat auf, „alle diplomatischen Kanäle zu nutzen“, um zusätzliche Abflugmöglichkeiten zu sichern, während die Schweizerische Volkspartei der Regierung vorwarf, „ihre Fürsorgepflicht zu vernachlässigen“. Die auswärtigen Kommissionen des Parlaments werden das Thema voraussichtlich nächste Woche diskutieren.
Quelle: Blue News