
Ermittler der Nationalpolizei am Flughafen Barcelona-El Prat haben zwei Mitarbeiter des Bodenpersonals festgenommen, die beschuldigt werden, eine Transitpassagierin außerhalb des Schengen-Raums in Warnschutzkleidung getarnt und sie durch einen gesicherten Aufzug direkt in den Schengen-Abflugbereich begleitet zu haben. Die Festnahmen am 9. März erfolgten nach der Auswertung von Überwachungskameras, die fehlende Ausreiseregistrierungen bei Reisenden aufzeigten, die angeblich zu Zielen außerhalb der EU weiterreisten. Den Hauptverdächtigen wird vorgeworfen, mit dem Sicherheitspass eines Kollegen – der über weitergehende Zugangsrechte verfügte als sein eigener – die Passkontrolle umgangen zu haben. Er wird der Erleichterung illegaler Einwanderung beschuldigt, während der Passinhaber der Beihilfe verdächtigt wird. Die abgefangene Passagierin wurde im beschleunigten Verfahren in ihr Herkunftsland zurückgeführt. Der Airports Council International warnt seit Langem davor, dass Insider-Schmuggelringe eine wachsende Gefahr darstellen, insbesondere da das biometrische Ein- und Ausreisesystem (EES) die externen Kontrollen verschärft. Der Vorfall in El Prat verdeutlicht dies: Obwohl das EES ab April Fingerabdrücke und Gesichtsbilder von Nicht-EU-Besuchern erfasst, können interne Komplizenschaften physische Barrieren weiterhin umgehen. Für Unternehmen, deren Mitarbeiter über Spanien reisen, ist der Fall eine Mahnung, dass visafreie Transfers im Sicherheitsbereich strenger überwacht werden. Mobility-Manager sollten sicherstellen, dass Reisende, die den internationalen Bereich verlassen, tatsächlich Anschlussflüge antreten, besonders bei engen Umsteigezeiten oder wenn Flüge mit unterschiedlichen Tickets gebucht sind. Fluggesellschaften könnten zudem vermehrt stichprobenartige Ausweiskontrollen an den Gates durchführen, was die Mindestumsteigezeiten in Barcelona verlängern könnte. Aus Compliance-Sicht sollten Unternehmen, die Flughafen-Dienstleister beauftragen, ihre Due-Diligence-Klauseln zur Personalüberprüfung und zum Umgang mit Ausweisen überprüfen. Die spanischen Luftfahrtsicherheitsvorschriften sehen Bußgelder von bis zu 60.000 Euro für Arbeitgeber vor, deren Mitarbeiter Flughafen-Ausweise missbräuchlich verwenden.
Quelle: Europa Press
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