
Spaniens neueste temporäre Aufnahmeeinrichtung für Migranten (CATE) in Motril, Granada, verzeichnete im Jahr 2025 mit nur 85 Bootsankünften die niedrigste Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2006, wie Daten des Innenministeriums vom 9. März zeigen. Das modernisierte Zentrum, das im vergangenen Sommer die veralteten Hafenunterkünfte ersetzte, bietet separate Bereiche für medizinische Untersuchungen, Fingerabdrücke und Asylanmeldungen. Die Behörden führen den starken Rückgang auf verstärkte marokkanische Patrouillen und den Einsatz von Drohnen entlang der westlichen Mittelmeerroute zurück. Im Jahr 2018 wurden an derselben Küstenstrecke noch über 9.400 Menschen an Land gebracht. Die Zahlen sind seit 2023 kontinuierlich gesunken: von 1.887 Ankünften auf 718 im Jahr 2024 und schließlich 85 im vergangenen Jahr. Bislang erreichte 2026 kein Boot Motril. Für regionale Arbeitgeber in Landwirtschaft und Tourismus ist der Trend ambivalent: Weniger Notfalltransfers entlasten die Gesundheitsdienste, doch lokale Landwirte berichten von Schwierigkeiten bei der Suche nach Saisonarbeitskräften. Vermittler müssen sich möglicherweise stärker auf reguläre Arbeitsvisa wie die GECCO-Quote für marokkanische Landarbeiter oder die neu ausgeweiteten zirkulären Migrationsprogramme Spaniens stützen. Innenpolitisch wertet das Innenministerium die Motril-Daten als Beleg dafür, dass Investitionen in speziell errichtete CATEs und eine engere Zusammenarbeit mit Herkunftsländern Früchte tragen. Menschenrechtsorganisationen warnen jedoch, dass die geringeren Bootsankünfte riskantere Landwege über die Kanarischen Inseln oder Ceuta und Melilla verschleiern könnten. Globale Mobilitätsteams, die Mitarbeiter nach Andalusien entsenden, sollten beachten, dass Unterkünfte in Hafennähe von Motril nicht mehr für Notfallaufnahmen blockiert sind, was den Betrieb von Kreuzfahrten und Logistik erleichtert. Dennoch bleibt eine Notfallplanung in der Sommersaison wichtig, da kurzfristige Sicherheitsabsperrungen den Hafenverkehr weiterhin beeinträchtigen können.
Quelle: Europa Press
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