
In einem Schritt, der Belgiens Kurs zu strengeren Migrationskontrollen unterstreicht, hat der Innenausschuss des Bundesparlaments am 10. März einen Gesetzentwurf verabschiedet, der dem Einwanderungsamt die Möglichkeit gibt, **dauerhafte Einreiseverbote** gegen bestimmte Nicht-Staatsangehörige zu verhängen. Die Maßnahme richtet sich gegen Personen, die in Belgiens vertraulicher T.E.R.-Datenbank (Terrorismus, Extremismus, Radikalisierung) aufgeführt sind, und soll für verurteilte Terroristen, Hassprediger und Personen gelten, die als ernsthafte Bedrohung der öffentlichen Ordnung eingestuft werden. Bisher kann das Einwanderungsamt Wiedereinreisen nur für befristete Zeiträume – meist bis zu zehn Jahren, nur selten länger – untersagen. Von den 2025 verhängten 6.000 Verboten überschritten lediglich 42 die Dauer von zwanzig Jahren. Asyl- und Migrationsministerin Anneleen Van Bossuyt argumentierte, lebenslange Ausschlüsse seien notwendig, „um sicherzustellen, dass Belgien nie wieder Zufluchtsort für Radikale wird“. Koalitionspartner Denis Ducarme bezeichnete den Entwurf als „fehlendes Glied“ in der sogenannten *Arizona*-Regierungspolitik, die die „strengste Migrationspolitik aller Zeiten“ verspricht. Oppositionsabgeordnete und Menschenrechtsanwälte warnen, dass der Vorschlag gegen EU-Grundsätze der Verhältnismäßigkeit und rechtsstaatliche Garantien verstoßen könnte. Kritiker bemängeln, dass Personen, die in der T.E.R.-Datenbank stehen, die gegen sie vorliegenden Beweise nicht einsehen oder anfechten können, da diese als geheim eingestuft sind. Die Grünen-Abgeordnete Sarah Schlitz bezeichnete das Gesetz als „symbolisches Sicherheitstheater“, das vor Gericht nach hinten losgehen könnte. Bereits Kinder ab zwölf Jahren könnten erfasst werden, was bei Belgiens Kinderrechtsbeauftragter Besorgnis auslöst. Rechtsexperten sehen den Europäischen Gerichtshof (EuGH) als entscheidend an. Ein im Februar veröffentlichter, noch ausstehender EuGH-Gutachten befürwortet vorsichtig die Ermessenfreiheit der Mitgliedstaaten, sehr lange Verbote zu verhängen, sofern eine gerichtliche Kontrolle gewährleistet ist. Der belgische Entwurf gewährt Berufungsrechte beim Rat für Ausländerrecht, setzt aber hohe Hürden für die Aufhebung von Entscheidungen. Sollte der EuGH ähnliche Maßnahmen in anderen Ländern kassieren, könnte Belgien binnen weniger Monate zu Änderungen gezwungen sein. Für globale Mobilitätsteams ist die Botschaft klar: Belgien errichtet neue Hürden für Personen mit auch nur indirekten Verbindungen zu extremistischen Netzwerken. Multinationale Unternehmen, die Forscher mit Doppelverwendung, politische Aktivisten oder Mitarbeiter mit komplexen Reiseverläufen beschäftigen, sollten mit verschärften Prüfungen bei belgischen Konsulaten rechnen. Sicherheitsabteilungen in Unternehmen könnten es ratsam finden, Mitarbeiterprofile mit den neuen belgischen Risikolisten abzugleichen, um unangenehme Überraschungen an der Grenze zu vermeiden, sobald das Gesetz voraussichtlich im dritten Quartal 2026 nach vollständiger Parlamentsabstimmung in Kraft tritt.
Quelle: The Brussels Times
Wie VisaHQ helfen kann
VisaHQ vereinfacht die Visumbeantragung für Privatpersonen und Unternehmen. Prüfen Sie die aktuellen Reisebestimmungen, bereiten Sie die erforderlichen Unterlagen vor und verwalten Sie Ihren Antrag online über das VisaHQ-Portal für Belgien.Mehr von Belgien
Alle anzeigen
Wochenendarbeiten führen zu Umleitungen am Flughafen Brüssel: Intelligente Ampeln werden an der R0–A201 Kreuzung installiert
Nationaler Streik legt am 12. März alle Flüge in Brüssel und Charleroi lahm – Reisewarnung herausgegeben