
Das Turiner Büro von Ansa berichtete am 10. März 2026 über die schwierige Lage eines iranischen Ingenieurs, seiner Frau und ihres vierjährigen Sohnes, die seit über einem Jahr auf eine Aufenthaltserlaubnis zur Familienzusammenführung warten. Das Paar ist legal nach Italien eingereist, doch ihre Anträge sind in der Polizeidatenbank weiterhin als „in lavorazione“ markiert, was der Frau den Zugang zu Arbeit, Bankkonten und Reisen verwehrt. Diese Geschichte verdeutlicht einen landesweiten Rückstau, den Anwälte auf Personalabbau bei den Einwanderungsstellen der Questure und die Softwareumstellung im Oktober 2025 zurückführen, bei der biometrische Daten digitalisiert wurden. Lokale NGOs schätzen, dass derzeit 28.000 Anträge die gesetzliche Frist von 60 Tagen überschreiten; betroffene Antragsteller riskieren den Verlust von Jobangeboten und können ohne gültigen Permesso Mietverträge nicht verlängern. Die Situation der iranischen Familie wird durch die vorübergehende Schließung der Visastelle Italiens in Teheran verschärft, was selbst Notfallreisen unmöglich macht. Fachleute für Geschäftsimmigration warnen, dass ähnliche Verzögerungen auch Arbeitserlaubnisse für Angehörige gefährden könnten, und raten Unternehmen, Verlängerungsanträge mindestens sechs Monate vor Ablauf einzureichen und bei Reisen innerhalb des Schengen-Raums Nachweise in Papierform mitzuführen. Das Innenministerium teilte Ansa mit, 350 zusätzliche Sachbearbeiter einzustellen und den Rückstau bis Juli abzubauen, doch Interessenvertretungen bleiben skeptisch und verweisen auf zwei zuvor verpasste Fristen.
Quelle: ANSA Piemonte
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