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EU-Parlamentsausschuss beschleunigt neue Rückführungsrichtlinie, Italien unterstützt strengere Durchsetzung

März 10, 2026
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EU-Parlamentsausschuss beschleunigt neue Rückführungsrichtlinie, Italien unterstützt strengere Durchsetzung
Am 9. März 2026 hat der Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (LIBE) des Europäischen Parlaments in Straßburg seinen Entwurf für eine Verordnung verabschiedet, die die Rückführungsrichtlinie von 2008 ersetzen und ein einheitliches EU-System für die Rückführung von Drittstaatsangehörigen ohne Aufenthaltsrecht schaffen soll. Der von Berichterstatter Malik Azmani geleitete Text autorisiert zudem die Aufnahme interinstitutioneller „Trilog“-Verhandlungen mit dem Rat. Zu den wichtigsten Neuerungen zählen eine Frist von 12 Wochen für die Rückführungsverfahren, die gegenseitige Anerkennung von Rückführungsentscheidungen zwischen den Mitgliedstaaten sowie verpflichtende digitale Reisedokumente. Die italienische LIBE-Delegation stimmte zu und argumentierte, dass schnellere und planbarere Abschiebungen notwendig seien, um die Länder an der EU-Außengrenze, die die meisten irregulären Ankünfte registrieren, zu entlasten. Rom fordert EU-Mittel zur Deckung der Kosten für Charterflüge und möchte, dass Frontex die Rückführungen von italienischen Luftwaffenstützpunkten wie Pratica di Mare koordiniert. Fachleute für Arbeitsmigration begrüßten die Zusicherung, dass die Verordnung freiwillige Ausreiseprogramme und humanitäre Visa nicht beeinträchtigt, warnten jedoch, dass strengere Ausreisekontrollen zu verstärkten Kontrollen bei Sekundärbewegungen innerhalb des Schengen-Raums führen könnten. Arbeitgeber, die nicht-EU-Mitarbeiter für kurzfristige Projekte beschäftigen, wurden geraten, Nachweise über den rechtmäßigen Aufenthalt aufzubewahren und bei Ausreisen aus Italien für Einsätze in anderen europäischen Ländern mehr Zeit für die Flughafen-Kontrollen einzuplanen. Der Vorschlag geht nun unter der belgischen Ratspräsidentschaft in die Trilogverhandlungen, die eine Einigung vor dem Europäischen Rat im Juni anstreben. Bei Verabschiedung könnte das neue System bereits Mitte 2027 in Kraft treten, was Unternehmen etwa ein Jahr Zeit gibt, ihre Compliance-Programme und Reisebestimmungen anzupassen. Italienische Rechtsberater empfehlen, in Entsendebescheinigungen darauf hinzuweisen, dass Schengen-Besucher bei Überschreitung der Aufenthaltsdauer dem beschleunigten Rückführungsverfahren mit Bußgeldern von bis zu 10.000 Euro und Wiedereinreiseverboten von bis zu fünf Jahren unterliegen können.
Quelle: European Parliament

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