
Der Bundeskriminaldienst Österreichs (BK) gab am 10. März bekannt, dass er in Zusammenarbeit mit deutschen und Balkan-Behörden eines der größten Menschenschmuggelnetzwerke Europas zerschlagen hat. Laut einer AFP-Meldung, die über die NAMPA-Agentur verbreitet wurde, transportierte das Syndikat zwischen Ende 2023 und Mai 2025 schätzungsweise 100.000 irreguläre Migranten von der Türkei über den Westbalkan und Österreich nach Deutschland und erzielte dabei illegale Einnahmen von über einer Milliarde Euro. Die Aktion gipfelte in Razzien im Morgengrauen in Niederösterreich, Wien, Bayern, Serbien und Nordmazedonien. Die Ermittler beschlagnahmten verschlüsselte Handys, 2,7 Millionen Euro Bargeld, 34 Fahrzeuge und zahlreiche gefälschte Reisedokumente. 32 Verdächtige – überwiegend türkische und syrische Staatsangehörige – wurden festgenommen, darunter der mutmaßliche Drahtzieher, der die Logistik von einem Versteck nahe St. Pölten aus koordinierte. Innenminister Gerhard Karner lobte die grenzüberschreitende Taskforce und betonte, dass das „Uber-ähnliche“ Geschäftsmodell der Gruppe soziale Medien nutzte, um Minibus-Abholungen zu organisieren, die offizielle Grenzübergänge umgingen. Jeder Migrant zahlte dem Bericht zufolge bis zu 10.000 Euro für die Reise, die Fahrer wurden in Kryptowährung bezahlt. Für Mobilitätsmanager ist der Fall eine Erinnerung daran, dass Österreich weiterhin sowohl Transit- als auch Zielland auf der Balkanroute ist. Arbeitgeber, die Personal aus der Türkei oder dem Kaukasus verlegen, müssen mit einer strengeren Kontrolle von Transportlisten und Unterkunftsbuchungen rechnen. Logistikunternehmen, die Shuttle-Dienste in Grenzregionen anbieten, wurden angewiesen, Subunternehmer sorgfältig zu prüfen, da die Polizei verstärkt Stichprobenkontrollen bei Vans und Bussen durchführen wird. Die Festnahmen stehen auch im Zusammenhang mit EU-Diskussionen über das kommende Ein- und Ausreisesystem sowie interoperable biometrische Datenbanken, die Strafverfolgungsbehörden zufolge das Recycling gefälschter Stempel erschweren sollen. Österreichische Behörden kündigten an, die aus den beschlagnahmten Geräten gewonnenen Daten mit Frontex und Europol zu teilen, um verbleibende Routen und Finanzströme zu kartieren.
Quelle: AFP via NAMPA
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