
Österreichische Strafverfolgungsbehörden gaben am 11. März die Zerschlagung eines großen kriminellen Netzwerks bekannt, das schätzungsweise 100.000 Migranten aus der Türkei über den Westbalkan in die EU geschleust hatte und dafür bis zu 10.000 Euro pro Person verlangte. Die Ermittlungen, die in Zusammenarbeit mit Kollegen aus Kroatien, Rumänien und Deutschland sowie mit Unterstützung von Europol durchgeführt wurden, führten zu über 130 Festnahmen – darunter sechs Hauptorganisatoren, die in Wien und Budapest gefasst wurden. Das Netzwerk transportierte Migranten in Kleinbussen und Privatfahrzeugen über Slowenien und Österreich nach Deutschland und operierte über fünf „Unterorganisationen“, die Fahrer über Anzeigen in sozialen Medien anwarben. Mehr als 1.000 Fahrzeuge wurden identifiziert und sollen beschlagnahmt werden. Die österreichische Polizei begann mit der Überwachung des Netzwerks, nachdem Beamte in der Steiermark 2023 ein Fahrzeug mit acht Syrern gestoppt hatten. Für Mobility-Compliance-Manager ist der Fall ein deutliches Signal, dass die verstärkten Schengen-Binnengrenzkontrollen – die derzeit von Österreich und mehreren Nachbarländern wieder eingeführt wurden – voraussichtlich anhalten werden. Unternehmen, die Personal oder Waren über die österreichisch-slowenische und österreichisch-ungarische Grenze transportieren, sollten mit stichprobenartigen Kontrollen und möglichen Verzögerungen rechnen. Die Festnahmen erhöhen zudem den politischen Druck in Wien, die Familienzusammenführung und Asylregelungen zu verschärfen, was künftige Änderungen der Rot-Weiß-Rot-Karte und anderer Arbeitserlaubnissysteme beeinflussen könnte. Gleichzeitig fordern humanitäre Organisationen die Regierung auf, die Durchsetzung mit erweiterten legalen Zugangswegen zu verbinden, um die Nachfrage nach Schleusern zu verringern.
Quelle: ANSA (AFP wire)
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