
Der Bergkurort Gramado, bekannt für seine Schokoladenfabriken und die europäisch geprägte Architektur, erlebt laut lokalen Behörden den stärksten Osteransturm aller Zeiten. Nach Angaben des Tourismusamts der Gemeinde werden zwischen dem 2. und 12. April 2026 rund 700.000 Besucher erwartet – ein Anstieg von 9 % im Vergleich zum Vorjahr. Hoteliers melden eine Auslastung von 98 % und eine durchschnittliche Tagesrate für Zimmer, die im Jahresvergleich um 14 % gestiegen ist. Fernbusunternehmen haben 120 zusätzliche Abfahrten von Porto Alegre und Curitiba eingerichtet, während Azul und LATAM sechs Charterflüge zum nahegelegenen Flughafen Caxias do Sul geplant haben. Die Wartezeiten für Fahrdienste in Gramado haben sich zu Spitzenzeiten auf über 25 Minuten verlängert, weshalb die Stadtabschnitte der Avenida Borges de Medeiros abends in Fußgängerzonen umgewandelt werden. Für Unternehmen, die Mitarbeiter nach Rio Grande do Sul versetzen oder ausländische Führungskräfte in der Region empfangen, verdeutlicht der Anstieg die Notwendigkeit flexibler Reisekonzepte, die saisonale Engpässe berücksichtigen. Mobilitätsmanager sollten Reisenden empfehlen, nach Porto Alegre zu fliegen und mit vorgebuchten Shuttles weiterzureisen, da Mietwagen am selben Tag praktisch ausgebucht sind. Auch regionale Logistikunternehmen sehen sich mit Lieferverzögerungen konfrontiert, da kommunale Vorschriften den Zugang von Lastwagen zum Stadtzentrum während der Festumzüge einschränken. Die Zivilschutzbehörde des Bundesstaates hat zusätzliches Personal entsandt, nachdem der starke Verkehr auf der RS-115 am Karfreitag zu Staus von bis zu vier Stunden führte. Hubschrauber der Rettungsdienste stehen für medizinische Evakuierungen bereit, was die Bedeutung eines umfassenden Reiseschutzes für Geschäftsreisende unterstreicht. Das Osterfestival umfasst mehr als 100 kostenlose Aufführungen, die die lokale Wirtschaft ankurbeln, aber die Infrastruktur belasten, die ursprünglich für eine Einwohnerzahl von nur 36.000 ausgelegt war. Stadtplanungsexperten sehen in Gramados Situation ein Lehrbeispiel dafür, wie man Overtourismus mit nachhaltigen Mobilitätslösungen in sekundären brasilianischen Städten in Einklang bringen kann.
Quelle: R7 – JR na TV