
Nur noch zwei Tage bis zum Start: Die Europäische Union bestätigte am 7. April, dass das Ein- und Ausreisesystem (EES) ab dem 10. April 2026 vollständig in Betrieb genommen wird. Die Datenbank erfasst Gesichtsbilder, Fingerabdrücke und Reisedokumentdaten aller Nicht-EU-Bürger, die eine Schengen-Außengrenze überschreiten – inklusive der Flughäfen und Seehäfen Belgiens. Die belgische Grenzpolizeibehörde DGA (Direction Générale de l’Administration) berichtet, dass die neuen E-Gates am Flughafen Brüssel seit Februar bereits über 150.000 Testpassagiere abgefertigt und dabei 127 versuchte Überziehungen entdeckt haben. Nach dem Start wird die 90/180-Tage-Aufenthaltsregel automatisch durchgesetzt; Papierstempel im Pass entfallen, und Reisende können ihre verbleibenden Tage online einsehen. Fluggesellschaften in Brüssel und Charleroi warnen vor längeren Wartezeiten in den ersten Wochen. Brussels Airlines empfiehlt Nicht-EU-Passagieren, zwei Stunden vor Kurzstrecken- und drei Stunden vor Langstreckenflügen am Flughafen zu sein, während der Bodenabfertiger Swissport mit mobilen „EES-Helfern“ in den Ankunftshallen unterstützt. Für Manager im Bereich globale Mobilität bringt das System sowohl Klarheit als auch Herausforderungen. Überziehungen werden in allen 29 Schengen-Staaten sichtbar, das bisherige „Zurücksetzen der Uhr“ durch kurze Landreisen entfällt. Unternehmen, die britische oder US-Mitarbeiter häufig auf Kurzmissionen entsenden, sollten die kumulierten Tage genau erfassen und gegebenenfalls auf belgische Kurzaufenthalts-Arbeitserlaubnisse oder das EU-Van-der-Elst-Entsendemodell umsteigen. Das EES ist zudem die technische Grundlage für ETIAS, das Reisegenehmigungssystem, das nun für November 2026 geplant ist. Eine frühzeitige Einhaltung – mit durchgehend besetzten biometrischen Kiosken und aktiven Informationskampagnen – wird das Passagiererlebnis diesen Sommer und darüber hinaus entscheidend prägen.
Quelle: Schengen Travel News