
Florida ist der erste US-Bundesstaat, der vorschreibt, dass auf jedem neuen oder erneuerten Führerschein der Staatsbürgerschaftsstatus des Inhabers deutlich sichtbar angegeben wird. Gouverneur Ron DeSantis unterzeichnete am 1. April das Safeguard American Voter Eligibility (SAVE) Act, doch die Maßnahme wurde erst am Wochenende bekannt, als staatliche Behörden Leitlinien zur Umsetzung veröffentlichten. Ab dem 1. Januar 2027 muss das Florida Department of Highway Safety and Motor Vehicles auf allen Führerscheinen und staatlichen Ausweisen eine dezente Kennzeichnung anbringen – „U.S. Citizen“, „Lawful Permanent Resident“ oder „Non-Citizen“. Befürworter sehen darin eine Möglichkeit, Wahlbetrug zu reduzieren und die Überprüfung an den Wahllokalen vor den Zwischenwahlen 2026 zu vereinfachen. Wahlhelfer scannen die Ausweise, um die Staatsbürgerschaft in Echtzeit zu bestätigen; Personen, deren Status nicht verifiziert werden kann, erhalten nur einen vorläufigen Stimmzettel. Das Gesetz steht im Einklang mit einem bundesweiten SAVE Act, der im Kongress jedoch noch blockiert ist, und macht Florida so zum Testfall für eine mögliche landesweite Einführung. Experten aus Wirtschaft und Mobilität beobachten die Entwicklung genau. Ausländische Mitarbeiter mit langfristigen Einsätzen – insbesondere Inhaber von H-1B-, L-1- und E-2-Visa – müssen künftig zusätzliche Dokumente wie Reisepässe oder I-94-Formulare mitführen, um ihre Identität bei alltäglichen Situationen wie Inlandsflügen oder Alkoholkauf nachzuweisen. Unternehmen müssen möglicherweise ihre Onboarding-Checklisten und Reiseprotokolle für Mitarbeiter, die in Florida arbeiten oder häufig dorthin reisen, anpassen. Kritiker, darunter die ACLU und die Florida Immigrant Coalition, warnen, dass die Offenlegung des Status zu Profiling führen und alltägliche Aktivitäten wie Hotel-Check-ins oder Mietwagenbuchungen erschweren könnte. Sie befürchten, dass eingebürgerte Staatsbürger und Familien mit gemischtem Status aus Angst vor der Offenlegung privater Daten auf die Erneuerung ihrer Führerscheine verzichten könnten. Rechtliche Anfechtungen werden erwartet, insbesondere unter Berufung auf Gleichbehandlungs- und Vorherrschaftsgrundsätze. Befürworter verweisen jedoch darauf, dass mehrere REAL ID-konforme Bundesstaaten bereits Statusinformationen in Barcodes speichern, die von der TSA gescannt werden. Für Mobilitätsmanager lautet die praktische Empfehlung: (1) Mitarbeiter und Geschäftsreisende über die neue Regel informieren; (2) Unternehmensrichtlinien für Reisen und Spesen überprüfen, um sicherzustellen, dass Kosten für zusätzliche Identitätsnachweise erstattet werden; und (3) die Rechtslage beobachten, da eine einstweilige Verfügung die Einführung im Januar 2027 verzögern könnte. Unternehmen mit vielen Mitarbeitern in Florida sollten zudem „Führerschein-Tausch“-Aktionen organisieren, damit ausländische Mitarbeiter ihre Ausweise rechtzeitig vor Ablauf erneuern und so Staus bei den Zulassungsstellen im nächsten Jahr vermieden werden.
Quelle: Black Enterprise