
Ein Gesetzentwurf, der derzeit im kalifornischen Parlament diskutiert wird, würde Bundesbehörden der Einwanderungskontrolle verbieten, ohne richterlichen Durchsuchungsbefehl auf staatlichen Grundstücken – darunter öffentliche Universitäten, Regierungsgebäude und Staatsparks – Einsätze durchzuführen. Der Vorschlag, der letzte Woche im Justizausschuss der Versammlung behandelt und am 12. April vom öffentlich-rechtlichen Radiosender KALW berichtet wurde, gewann an Fahrt, nachdem Einwanderungsrechtsgruppen dokumentierten, wie ICE-Agenten Anfang des Jahres in Sacramento und Riverside bei großangelegten Razzien am Arbeitsplatz aktiv waren. Der Abgeordnete Miguel Santiago (D-Los Angeles), Verfasser des Gesetzentwurfs, erklärte, das Ziel sei, „Kollateralarrestierungen“ zu reduzieren, die Einwanderer davon abhalten, öffentliche Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Mehr als 50 Gewerkschaften, Bürgerrechtsorganisationen und Gesundheitsverbände unterstützen die Gesetzesinitiative. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, müssten ICE und andere Behörden des Heimatschutzministeriums eine schriftliche Genehmigung und einen unterschriebenen richterlichen Durchsuchungsbefehl vorlegen, bevor sie staatliche Einrichtungen als Einsatz- oder Haftorte nutzen dürfen. Besonders relevant ist dabei die Perspektive der beruflichen Mobilität: Kalifornien beherbergt etwa 20 Prozent aller innerbetrieblichen Versetzungen (L-1-Visa-Inhaber) in den USA und ist das wichtigste Ziel für H-1B-Fachkräfte. Arbeitgeber befürchten, dass öffentlichkeitswirksame Kontrollen in der Nähe von Universitätsgeländen und Zulassungsstellen (DMV) Ängste bei ausländischen Mitarbeitern und deren Familien schüren, was sich negativ auf Mitarbeiterbindung und Produktivität auswirkt. Befürworter des Gesetzentwurfs argumentieren, dass ein stabileres Umfeld an staatlichen Einrichtungen Einwanderer ermutigen wird, Arzttermine wahrzunehmen, Führerscheine zu erneuern und Weiterbildungen zu absolvieren – allesamt wichtige Faktoren für eine mobile Belegschaft. Gegner, darunter die National Sheriff’s Association und mehrere ehemalige DHS-Beamte, behaupten, der Staat könne Bundesoperationen nicht durch den Supremacy Clause behindern. Sie warnen vor teuren Rechtsstreitigkeiten ähnlich dem Streit um Kaliforniens „Sanctuary State“-Gesetz von 2018, von dem Teile letztlich aufgehoben wurden. Verfassungsrechtler weisen jedoch darauf hin, dass Bundesstaaten vernünftige Bedingungen für die Nutzung ihres Eigentums festlegen dürfen, was einen komplexen Rechtsstreit erwarten lässt. Für Fachleute im Bereich Mobilität bedeutet das: den Fortgang des Gesetzentwurfs genau beobachten (als nächstes steht die Beratung im Ausschuss für Regierungsorganisationen an) und Krisenmanagementpläne für Mitarbeiter in Kalifornien aktualisieren. Sollte das Gesetz in Kraft treten, ist damit zu rechnen, dass ICE seine Einsätze auf private Einrichtungen verlagert – was die Risikolage für Geschäftsreisende und Entsandte verändern könnte. Unternehmen sollten zudem FAQ für ausländische Mitarbeiter vorbereiten, die Bedenken haben, staatliche Dienstleistungen zu nutzen oder Universitätsgelände zu betreten.
Quelle: KALW (CapRadio syndication)