
Der 48-stündige Streik der Lufthansa-Piloten, der in den frühen Morgenstunden des Montags begann, hat nun auch Prag erreicht: Der Václav-Havel-Flughafen bestätigte die Streichung von zehn Flügen zwischen Frankfurt und Prag sowie acht Flügen zwischen München und Prag. Laut Seznam Zprávy wird der Arbeitskampf, organisiert von der Vereinigung Cockpit nach gescheiterten Tarifverhandlungen, bis Dienstag um 23:59 Uhr andauern. Obwohl Tschechien nicht zum Lufthansa-Gebiet gehört, ist die Fluggesellschaft ein wichtiger Verbindungspartner für tschechische Geschäftsreisende, die über die Drehkreuze Frankfurt und München nach Nordamerika, Asien und Afrika reisen. Mobilitätsmanager schätzen, dass Hunderte Passagiere – darunter wöchentlich pendelnde Berater und Ingenieure auf Kundenterminen – auf Flüge der Austrian Airlines über Wien umgebucht oder auf Bahnreisen für Treffen in Süddeutschland umsteigen mussten. Die Störung folgt auf wetterbedingte Verspätungen an westeuropäischen Flughäfen in der vergangenen Woche und erhöht den Druck auf multinationale Unternehmen, die auf enge Anschlusszeiten in Mitteleuropa angewiesen sind. Nach EU-Verordnung 261 sind Fluggesellschaften verpflichtet, Erstattungen oder Umbuchungen anzubieten. Reise-Risikoberater raten Unternehmen, detaillierte Nachweise über zusätzliche Hotelübernachtungen oder Projektverzögerungen zu führen, um mögliche Kostenrückforderungen geltend machen zu können. Weitere Turbulenzen sind absehbar: Die Kabinengewerkschaft UFO hat für den 15. und 16. April einen separaten zweitägigen Streik angekündigt. Daher prüfen tschechische Beschaffungsteams Notfallpläne wie die vorab genehmigte Nutzung von Mietwagen für Fahrten unter 500 km sowie den temporären Einsatz von Videokonferenztechnologie als Ersatz für Vor-Ort-Termine. Personalabteilungen erinnern zudem Entsandte daran, ihre Schengen-Aufenthaltsprotokolle zu aktualisieren, falls sich durch Umbuchungen die Aufenthaltsdauer in anderen EU-Staaten ändert.
Quelle: Seznam Zprávy / ČTK