
Eine aktuelle Mitteilung vom 16. April bestätigt, dass Österreich zu den acht Vorreiterstaaten gehört, die den europaweiten Rollout des Entry/Exit-Systems (EES) in allen 29 Schengen-Mitgliedsstaaten diesen Frühling anführen. Gemeinsam mit Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, den Niederlanden, Griechenland und Portugal hat sich Österreich verpflichtet, bis Ende Mai die volle Betriebsbereitschaft – inklusive Flughäfen, Landgrenzen und Bahnhöfen – zu erreichen, noch vor der EU-weiten Einhaltungsfrist im Juni. Die gemeinsame Erklärung hebt Erkenntnisse aus dem frühen Flughafeneinsatz in Österreich hervor: zusätzliches Personal für Spitzenzeiten, mobile Erfassungskits für Busreisen und eine „Warteschlangen-vermeidende“ Vorregistrierungs-App, die nächsten Monat in Wien in die Beta-Phase geht. Die Gruppe wird wöchentlich Kennzahlen mit eu-LISA, der EU-Agentur für die biometrische Datenbank, austauschen. Für Geschäftsreisende bedeutet das konkret, dass sich zu Ostern an immer mehr Schengen-Grenzen das Bild Wiens mit Fingerabdruckscannern, Gesichtskameras und automatischen Überziehungswarnungen statt des schnellen Passstempels durchsetzen wird. Inhaber von österreichischen Typ-D-Visa oder Aufenthaltstiteln sind vom EES ausgenommen, ihre mitreisenden Familienangehörigen mit Kurzaufenthaltsvisa müssen sich jedoch registrieren. Der Vorreiter-Status hat auch politische Bedeutung: Durch die beschleunigte Umsetzung will Wien in Brüssel argumentieren, dass die seit Dezember 2025 wiedereingeführten Kontrollen an den Binnengrenzen zu Slowakei und Ungarn aufgehoben werden können, sobald die Außengrenzkontrollen zuverlässig funktionieren. Das Innenministerium plant eine Überprüfung dieser Binnengrenzkontrollen für Juli. Unternehmen, die Mitarbeiter nach Mitteleuropa entsenden, sollten daher im April und Mai mit einem uneinheitlichen EES-Status rechnen, aber bis zum Sommer mit einem stärker harmonisierten, datenbasierten Grenzregime. Aktualisierungen der Reiserichtlinien, etwa längere Aufenthaltszeiten an Flughäfen und Datenschutzrichtlinien zur biometrischen Erfassung, werden dringend empfohlen.
Quelle: Travel and Tour World
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