
Die Eskalation im Iran-Golf-Gebiet, die seit Ende Februar die Luftverkehrskorridore erschüttert, macht sich nun auch in Österreich bemerkbar. Der Flughafen Wien gab am Donnerstag bekannt, dass die Passagierzahlen in den Nahen und Mittleren Osten im März um 90,1 % eingebrochen sind und nur noch 6.809 Reisende verzeichnet wurden. Flüge, die stattfinden, umgehen häufig den iranischen und irakischen Luftraum, was Kosten und Flugzeiten erhöht. Paradoxerweise stieg der Gesamtverkehr am Flughafen im Jahresvergleich dennoch um 1,9 % auf 2,27 Millionen Passagiere, begünstigt durch eine 41 %ige Erholung im Fernen Osten und einen Anstieg der „Technik-Stopp“-Transits von Air India Großraumflugzeugen, die auf dem Weg nach Nordamerika im Golfraum tanken, aber den Luftraum meiden. Die Konzernzahlen, die auch die Flughäfen Malta und Košice umfassen, zeigen einen Anstieg von 5,1 %, doch die Geschäftsleitung warnt, dass die Prognose für 2026 davon abhängt, wie lange die Feindseligkeiten andauern. Für österreichische Exporteure und Ingenieurbetriebe, die auf direkte Verbindungen nach Dubai, Doha und Riad angewiesen sind, zwingt das nahezu vollständige Ausbleiben planmäßiger Flüge zu kurzfristigen Umwegen über Istanbul oder europäische Drehkreuze. Auch die Frachtströme haben nachgelassen, mit einem Rückgang des Frachtvolumens am Flughafen Wien um acht Prozent im Vergleich zum März 2025, was Just-in-Time-Lieferketten für hochwertige Elektronik erschwert. Das Außenministerium hält weiterhin die höchste Reisewarnstufe für Teile des Golfgebiets aufrecht, und Versicherer passen die Prämien für Kriegsrisiken bei österreichischen Crews, die den weiteren Raum überfliegen, an. Im Bereich der Mobilität bereiten sich Umzugsdienstleister auf Verzögerungen bei Einsatzbeginn vor, da Arbeitgeber Einsätze verschieben, bis sich die Flugrouten stabilisieren. Dennoch hat der Flughafen Wien seine Prognose für das Gesamtjahr bei Verkehr und Erträgen unverändert gelassen und setzt auf aufgestaute Nachfrage, sobald der Konflikt nachlässt. Die Mobilitätsteams der Unternehmen planen jedoch für 2026 mehr Pufferzeiten und Multi-Hub-Reiserouten ein, was signalisiert, dass Flexibilität – und nicht der günstigste Flug – in den kommenden Monaten das entscheidende Kriterium sein wird.
Quelle: ORF Niederösterreich
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