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Österreich bemüht sich, die Warteschlangen am Flughafen Wien zu verkürzen, da das EU-Ein- und Ausreisesystem zu Wartezeiten von bis zu drei Stunden führt

Apr. 16, 2026
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Österreich bemüht sich, die Warteschlangen am Flughafen Wien zu verkürzen, da das EU-Ein- und Ausreisesystem zu Wartezeiten von bis zu drei Stunden führt
Kaum fünf Tage nach dem vollständigen Start des neuen biometrischen Ein- und Ausreisesystems (EES) der EU am 10. April ist der Flughafen Wien-Schwechat zum Brennpunkt der operativen Anlaufschwierigkeiten geworden, die an Flughäfen in ganz Europa gemeldet werden. Laut Airports Council International (ACI) Europe müssen Reisende aus Nicht-EU-Ländern mit Wartezeiten von bis zu drei Stunden an der Grenzkontrolle rechnen. Mehrere Abflüge am Morgen ab Wien starten mit freien Sitzplätzen, weil Passagiere noch auf die Registrierung ihrer Fingerabdrücke und Gesichtsbilder warten. Das österreichische Innenministerium bestätigte am 14. April, dass für den Osterreiseverkehr 60 zusätzliche Grenzpolizisten von Landgrenzen zu den Flughäfen Wien und Salzburg verlegt werden. Erste Erfahrungen zeigen, dass die erstmalige Registrierung durchschnittlich vier Minuten pro Reisendem dauert – deutlich länger als die EU-Vorgabe von 70 Sekunden – da viele Passagiere unvorbereitet zur biometrischen Erfassung und zum Fragebogen erscheinen. Arbeitgeber mit internationalen Mitarbeitern werden geraten, längere Umsteigezeiten in Wien einzuplanen und den Mitarbeitern gedruckte Nachweise über ihre Schengen-Reisehistorie mitzugeben, um die sekundären Kontrollen zu beschleunigen. Die Fluggesellschaften reagieren bereits: Austrian Airlines hat eine Reisewarnung herausgegeben, in der Nicht-EU-Passagiere aufgefordert werden, spätestens drei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein, und ermöglicht kostenfreie Umbuchungen am selben Tag bei verpassten Anschlussflügen. Reisebüros berichteten der Zeitung KURIER, dass einige Firmenkunden US- und UK-Manager vorübergehend über Zürich oder München umleiten, bis sich die Abfertigung verbessert. Hinter den Kulissen prüft die Regierung gezielte Ausnahmen. ACI-Europe-Direktor Olivier Jankovec hat öffentlich gefordert, Brüssel solle die Befugnis erhalten, die EES-Registrierung auszusetzen, wenn die Warteschlangen „nicht mehr beherrschbar“ sind. Die Wiener Flughafenbehörde hält eine generelle Aussetzung jedoch für sicherheitsgefährdend. Stattdessen wird eine Fast-Track-Spur für Kurzzeit-Geschäftsreisende mit APEC-Karten oder EU-Trusted-Traveller-Status getestet, ähnlich einem bereits am Flughafen Schiphol erprobten Modell. Für Mobility Manager lautet die unmittelbare Botschaft pragmatisch: Nicht-EU-Reisende nach Österreich müssen künftig deutlich mehr Zeit einplanen, einen Nachweis über die Weiterreise mitführen und auf kurzfristige Prozessänderungen achten. Langfristig könnten Unternehmen Wiens Rolle als Drehkreuz für regionale Meetings überdenken, bis die Grenzkontrollen eingespielt sind – was die Behörden erwarten, sobald die Mehrheit der Vielreisenden im System registriert ist.
Quelle: The Guardian

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