
Als Inhaber der rotierenden EU-Ratspräsidentschaft richtete Zypern am 17. April im Filoxenia-Zentrum in Lefkosia ein informelles Treffen der Tourismusminister aus. Unter dem Vorsitz des stellvertretenden Tourismusministers Kostas Koumi einigte sich die Runde auf zentrale Säulen, die in die erste EU-Strategie für nachhaltigen Tourismus einfließen sollen, die noch in diesem Quartal erwartet wird. Die Delegierten waren sich einig, dass der Sektor – der etwa 10 % des EU-BIP ausmacht – Krisenreaktionsmechanismen integrieren muss, die aus der Pandemie, dem Krieg in der Ukraine und den aktuellen Unruhen im Nahen Osten gelernt wurden. Wichtige Themen waren „nachhaltige Vernetzung“, die Förderung multimodaler Bahn-Luft-Pakete sowie ein Unterstützungsangebot für KMU, das digitale Kompetenzen, KI-Einführung und Zugang zu grüner Finanzierung umfasst. Zypern nutzte die Gelegenheit, um eigene Initiativen vorzustellen: die Modernisierung der Flughäfen Larnaka und Paphos zur Einführung von E-Gates, die mit dem kommenden Schengen-Ein- und Ausreisesystem kompatibel sind, die Pilotierung eines nationalen Tourismus-Datenraums sowie Steueranreize für MICE-Veranstaltungen in der Nebensaison. Koumi betonte, dass diese Maßnahmen die Insel als „Living Lab“ für ganzjährigen, ertragsstarken Tourismus positionieren – was wiederum die Mobilität von Unternehmen und die Bindung von Expatriates fördert. Die Schlussfolgerungen des Rates sind für den 28. Mai geplant; bei Annahme werden sie die Fördermittel und Gesetzgebung der Kommission bis 2030 lenken. Für Geschäftsreiseteams bedeutet dies voraussichtlich strengere ESG-Kriterien für Anbieter, aber auch einheitlichere EU-weite Standards zu Krisenrückerstattungen und digitalen Reisedokumenten. Der Generalsekretär der UN-Tourismusorganisation lobte Zypern per Videobotschaft dafür, „das Nachhaltigkeitsgespräch wieder auf Reisende und Gastgemeinschaften gleichermaßen zu fokussieren“ – ein Verweis auf das Präsidentschaftsmotto „Eine autonome Union“.
Quelle: Insight EU Monitoring